Virenwelle So wird man MyDoom wieder los
Gegen die Flut der Viren im Web hilft nur Vorsicht - und "Safer Surfen": Ohne Virenscanner sollte man einen Rechner nicht ans Netz hängen. Doch auch der beste Virenscanner versagt bei wirklich neuen Viren: Für einige wenige Stunden, bis die IT-Sicherheitsunternehmen ihre Software auf den neuesten Stand bringen, ist jeder Rechner verletzlich. Das bedeutet auch, dass man die Update-Funktionen seines Virenprogrammes unbedingt regelmäßig nutzen sollte. Bei der Kaufentscheidung für eine Virensoftware sollte man auch auf den Update-Rhythmus des Herstellers achten: Je häufiger dieser seine Software pflegt, desto besser.
Schätzungen zufolge hat der E-Mail-Wurm MyDoom, der seit Montag wie ein Steppenbrand durchs Web fegt, bis zu einer halben Million Rechner "erlegt". Diese verbreiten das Virus fleißig weiter, kopieren und verschicken das Virus mitunter etliche Hundert Mal. Das Resultat ist in E-Mail-Fächern rund um die Welt zu besichtigen: eine schier unerträgliche Flut von Virenmails, Warn- und Fehlermeldungen. Bis Dienstagmittag fingen die Virenscanner des SPIEGEL MyDoom rund 75.000 Mal ab.
Die Mailflut wird anhalten, solange infizierte Rechner mit dem Internet verbunden sind. Ob ein Rechner infiziert ist oder nicht, ist für den einzelnen Nutzer dabei kaum zu spüren. Auch die zahlreichen Warnmeldungen, man habe ein Virus verschickt, sind da kein Hinweis: Auch die bekommt zurzeit fast jeder. Denn MyDoom verschickt sich unter falschen, gestohlenen Absenderadressen.
Indikator für das Virus: "shimgapi.dll"
Genau das funktioniert bei MyDoom ungewöhnlich gut: das Abgreifen von E-Mail-Adressen.
- "Stinger":Kleines Download-Programm von McAfee gegen 20 aktuelle Viren (inkl. Sobig)
- Sophos:MyDoom-Entfernungs-Tool MYDOOGUI
- Symantec:Mit "FxNovarg" gegen MyDoom
- BSI:Ausführliche Informationen zu MyDoom
- Kaspersky-Labs:Aktuelle Viren-Updates
- Für Privatanwender kostenlos:AntiVir
- Hoax-Viren-Info
Wer sicher gehen will, das er nicht selbst Verbreiter des Virus ist, kommt um den Virenscan nicht herum: Die einfachste Methode ist hier die Suche nach einer Datei namens "shimgapi.dll".
So sucht man nach Dateien:
Klicken Sie auf "Start" und dann auf das Blatt/Lupe-Symbol mit der Beschriftung "Suchen". Wählen Sie "Nach Dateien oder Ordnern" aus. Geben Sie "shimgapi.dll" ein. Klicken Sie auf "Jetzt suchen".
"shimgapi.dll" installiert MyDoom im Windows-System und öffnet darüber die TCP-Ports 3127 bis 3198, über die der Virenautor dann potenziell Kontrolle über den Rechner erlangen könnte. Die Datei ist ein Indikator für einen Virenbefall, wer aber sicher gehen will, sollte seinen Rechner mit einer auf den neuesten Stand gebrachten Virensoftware scannen. Alle Hersteller von Virenschutz-Software bieten inzwischen entsprechende Updates an, die zur Zeit auch unerlässlich sind, um das System vor einem künftigen Befall zu schützen.
Der geschieht in der Regel per E-Mail und bewusstes Anklicken des mitgelieferten Dateianhanges: Das nicht zu tun, ist der sicherste und einfachste Virenschutz. Doch auch über die Internet-Börse KaZaA könnte Unheil ("My Doom" = "mein Verhängnis") drohen: Dort verteilt sich das Virus als Programm getarnt.
Bisher bekannte Virenprogramme bei KaZaA:
- winamp5
- icq2004-final
- activation_crack
- strip-girl-2.0bdcom_patches
- rootkitXP
- office_crack
- nuke2004
Spätestens ab jetzt: Safer Surfen
Wer noch nicht über eine Virenscan-Software verfügt, kann diese auch über die Webseiten der diversen Hersteller beziehen. Die deutsche Software AntiVir ist für Privatanwender kostenlos zu haben. Darüber hinaus bieten einige Entwickler auch Stand-Alone-Lösungen zur Entfernung von MyDoom an (siehe Linkverzeichnis).
Wie die Entfernung des Virus im einzelnen geschieht, ist abhängig von der eingesetzten Software. Auch zu diesem Thema stellen die Virenschutz-Entwickler ausführliche Erklärungen bereit. Bei den Betriebssystemen Windows ME oder XP muss vor der Entfernung die Systemwiederherstellung deaktiviert werden. Starten Sie den Computer im danach abgesicherten Modus.
Als schnelle "Pille" gegen MyDoom wirken die Entfernungs-Tools diverser Hersteller.
Entfernungs-Tools
Frank Patalong