Virus-Alarm: "Bin Laden" schlägt zu - DER SPIEGEL
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Virus-Alarm "Bin Laden" schlägt zu

In Süd-Korea trat gestern erstmals ein Wurm namens "Bin Laden" auf, der sich langsam weltweit verbreitet. Eigentlich eher harmlos - weil technisch überholt - könnte er gerade in Deutschland trotzdem "zubeißen".
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In Süd-Korea ist nach Expertenangaben ein Computervirus aufgetaucht, der den Namen des Moslem-Extremisten Osama Bin Laden trägt. "Ein Computerbenutzer informierte uns über eine empfangene E-Mail, die das Virus enthielt", sagt Jin Yoon Jung vom Softwareanbieter Ahnlab. Der Ursprung des Virus sei noch ungeklärt. Die Anti-Virus-Experten warnten davor, E-Mails mit Überschriften wie "Bin Laden toilette paper!!!" oder mit Anhängen wie "BINLADEN_BRASIL.EXE." zu öffnen.

"Bin Laden" setzt an altbekannten Sicherheitslücken von Microsofts Outlook Express an. Die sollten mittlerweile aber zumeist gestopft sein: Wer das seit dem Februar 2000 nicht erledigt hat, hatte Hunderte von Gelegenheiten, sich den Rechner "abzuschießen". Microsoft bietet entsprechende Patches an, seit "I Love You" um die Welt ging.

Wie auch die Hersteller von Virenschutz-Software. Weil "Bin Laden" an bekannten Sicherheitslücken ansetzt, wird das Virus von den meisten aktuellen Virenscannern erkannt. Wer sich nicht sicher ist, überprüfe das auf der Homepage des Herstellers seiner Virenschutz-Software: Dort heißt das Virus "W32.Toal.A@mm" (oder sehr ähnlich: Nicht alle Unternehmen benennen die Viren gleich).

Insgesamt wird das Risiko als "eher gering" eingestuft, könnte in Deutschland aber durch die Tatsache erhöht werden, dass in deutschen Büros derzeit eine beliebte Shock-Animation mit dem Namen "Bin Laden" kursiert, die als Dateianhang "BinLaden.exe" daherkommt. Die Hauptgefahr besteht in diesem Fall also aus dem Risiko einer Verwechslung.

Mögliche Schäden

Sollte der Schädling tatsächlich einmal zubeißen, ist folgendes zu beachten:

  • Der Wurm versucht, sich selbst zu vervielfältigen. Man sollte also umgehend den Rechner vom Internet trennen, wenn man erfährt, dass man infiziert wurde.
  • Der Wurm schafft eine offene Partition auf der Festplatte, könnte also möglicherweise Trojaner-Charakter besitzen. Nicht ignorieren, sondern reparieren: Aktuelles Virenprogramm über den Rechner laufen lassen!
  • "Händisch" kann man das Virus dadurch außer Gefecht setzen, dass man die Datei "Invictus.dll" sucht und löscht. Damit ist der weitere Ablauf der Schadensroutine vorerst einmal unterbrochen. Dies ist kein Ersatz für den Einsatz eines geeigneten Virenschutz-Programmes.

Bei Infektion drohen die Massenverteilung des Wurms, eventuell die Schaffung eines "Einfalltores" für einen Eindringling (der sich vielleicht für Passwörter interessiert) und eventuell Störungen im Windows-System.

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