Vista-Nachfolger Windows 7 Testversion für alle
Bye-bye, Vista. Seit Dienstagmorgen steht der sogenannten Release Candidate (RC) von Windows 7 als kostenloser Download für jedermann auf Microsofts Servern bereit. Programmentwickler dürfen die Software bereits seit einigen Tagen herunterladen. Besonders beeilen muss man sich aber nicht: Mindestens bis Ende Juli soll der Download zur Verfügung stehen, die Zahl der Nutzer ist nicht begrenzt. Gut ein Jahr lang darf man die Vorabversion auf Herz und Nieren testen, bevor sie am 1. Juni 2010 den Dienst einstellt.
Mit der Freigabe der RC-Version von Windows 7 sei man voll im Zeitplan, heißt es bei Microsoft. Üblicherweise ist eine solche Software die letzte Vorabveröffentlichung, bevor das fertige Produkt in den Handel kommt. Anhand des RC soll getestet werden ob alle in der zuvor veröffentlichten Beta-Version gefundenen Fehler vollständig beseitigt worden sind und ob alle neuen Funktionen problemlos laufen.
Offiziell hat sich Microsoft noch bis zum Jahresende Zeit gegeben, um das neue Windows fertigzustellen. Möglichweise aber könnte es einen Frühstart geben. Dem Acer-Vize-Europachef Massimo D'Angelo rutschte bei einer Presseveranstaltung vor wenigen Tagen die Äußerung heraus, dass sein Unternehmen bereits im Oktober den ersten Rechner mit Windows-7-Technik auf den Markt bringen werde. Während D'Angelo sofort versuchte, seine Äußerung zu relativieren, soll Acers britischer Marketingchef Bobby Watkins dem Techblog Pocketlint den 23. Oktober als Starttermin bestätigt haben.
Auch für Netbooks
Windows 7 soll etliche der Fehler und Einschränkungen beseitigen, die einen breiten Erfolg für Windows Vista verhindert haben. Unter anderem ist die Unterstützung für Touchscreen-Computer bereits integriert. Anders als ihr Vorgänger soll die neue Version zudem nur vergleichsweise geringe Ansprüche an die Hardware stellen. Der Release Candidate etwa begnügt sich mit einem 1 GHZ-Prozessor, 1 GB Arbeitsspeicher und 16 GB Festplattenplatz, benötigt aber eine Grafikkarte, die Microsofts Grafiktechnik DirectX 9 unterstützt. Aber das sollte kein Problem sein, die meisten Geräte tun das bereits seit etlichen Jahren.
Dank der moderaten Hardware-Anforderungen lässt sich die Software auch auf den meisten Netbooks installieren. Wie gut Windows 7 sich auf den abgespeckten Minimal-Laptops ausführen lässt, müssen freilich erst Tests erweisen.
Um an den Microsoft-Download heranzukommen, benötigt man zwingend eine Windows-Live-ID, die man sich kostenlos auf Live.com einrichten kann. Außerdem sollte man über einen schnellen Internet-Anschluss verfügen. Die 32-Bit-Version von Windows 7 ist 2,48 GB groß, die 64-Bit-Variante bringt es sogar auf 3,18 GB. Und schließlich braucht man einen DVD-Brenner und einen DVD-Rohling, denn Microsoft liefert die Vorabversion in Form eines Disk-Images aus, das erst auf DVD gebrannt werden muss, bevor man die Software installieren kann.
Windows XP kommt nach
Ist die Software heruntergeladen und auf den Rohling gebrannt, kann Windows 7 als Update über ein bestehendes Vista mit Service Pack 1 installiert werden. Microsoft empfiehlt aber, eine komplette Neuinstallation vorzunehmen. Außerdem empfiehlt das Unternehmen, vor der Installation alle wichtigen Daten in einem Backup zu sichern - ein Tipp, dem man sich nicht verschließen sollte.
Verschließen sollte man sich dagegen Window-7-Versionen, die beispielsweise in Tauschbörsen zum Download angeboten werden. Das Blog Technology Expert warnt, einige dieser Programmversionen seien mit Schadsoftware infiziert.
Interessanter dürfte es ohnehin sein, die bereits angekündigte Windows-XP-Emulations-Software zu besorgen, die in dem Release Candidate nicht enthalten ist. Das auf der Virtualisierungs-Software Virtual PC basierende Software-Paket soll noch im Laufe des Dienstag freigeschaltet werden. Nach dessen Installation sollen sich Windows-XP-Programme direkt in Windows 7 starten lassen und nahtlos in das neue System integriert werden.
So etwas hat man sich auch für Vista schon gewünscht, aber dessen Zeit dürfte nun endgültig vorbei sein, auch wenn Microsoft den glücklosen Windows-XP-Nachfolger noch bis 2011 zum Kauf anbieten will.