W-Lan Kabellos, aber sicher!
Die meisten Nutzer, zeigt eine aktuelle Studie des Freiburger Öko-Instituts, kennen selbst die eingebauten Grundsicherungen ihrer W-Lans nicht. Kein Wunder, denn es mangelt an guten Informationen: "Es gibt niemanden, der kompakt, allgemein verständlich und übersichtlich die verschiedenen Aspekte von W-Lan neutral beleuchtet", fasst Kathrin Graulich das Ergebnis der Untersuchung zusammen. Weder konnte die Wissenschaftlerin eine entsprechende Internet-Plattform identifizieren, noch eine Informationsbroschüre finden.
Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MUNLV) des Landes Nordrhein-Westfalen haben sich Experten des Freiburger Instituts angesehen, wie die Information und Kommunikation zu Chancen und Risiken von W-Lan bisher gelaufen ist. "Der größte Informationsbedarf liegt im Bereich der Datensicherheit und der elektromagnetischen Strahlung", heißt es in einer Presseerklärung des Freiburger Ökoinstituts. "Diese Informationen werden von unabhängigen Institutionen gewünscht, gleichzeitig sollten aber auch die Anbieter mehr darüber berichten. Zudem wünschen sich die meisten Befragten Immissionsmessungen."
Allein im letzten Jahr wurden 22,7 Millionen Geräte zum Aufbau einer W-Lan-Verbindung verkauft. Ohne störende Kabel können die Netzwerke in wenigen Minuten einsatzbereit gemacht werden. Allerdings hört der Sendebereich nicht an der Haustür auf, sondern ist auch noch an der nächsten Straßenecke messbar.
Ein Angreifer muss den Namen (Service Set IDentifier) des Netzes wissen, auf das er zugreifen will. Das ist kein großes Problem, denn jede Basisstation sendet regelmäßig ein Signal, das Informationen über das Netz, den Namen und die Adresse enthält. Dieses Beacon-Signal verrät auch die unterstützte Geschwindigkeit, den Kanal und ob eine Verschlüsselung eingesetzt wird.
Linderung: Grundlegende Sicherheitseinstellungen
Ein erster Schritt zur eigenen Sicherheit ist das Abschalten der Namensübertragung. Das Netz wird als versteckt konfiguriert und bleibt dem gelegentlichen Besucher verborgen. Wer sich mit der Netzkommunikation auskennt, kann aber immer noch aus übertragenen Datenpaketen die gewünschten Angaben auslesen. Die Konfiguration eines Access-Points erfolgt über einen Browser - und da sollten nur sichere Passworte genutzt werden.
Der Standard für drahtlose Netze definiert mit Wired Equivalent Privacy (WEP) ist ein eigenes, stets "eingebautes" Verschlüsselungsprotokoll. Es dient zur Datenverschlüsselung und Authentifizierung. Das WEP gilt allerdings nicht als besonders sicher, denn mit der richtigen Software und etwas Fachkenntnis kann es leicht umgangen werden. Dennoch sollte es in der Konfiguration (bei der Einrichtung des W-Lans) aktiviert werden, da jeder Angreifer Zeit und Mühe aufwenden muss.
- Wlan-Sicherheitstipps vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI
- Studie:"Chancen und Risiken beim Einsatz der lokalen Funknetztechnologie WLAN"
- Öko-Institut
- Anleitung:So ermittelt man eine MAC-Adresse
Die Schlüssellänge bei aktuellen Geräten sollte mindestens 128 Bit betragen und die Schlüssel müssen regelmäßig geändert werden, um die Sicherheit möglichst hoch zu halten. Verfahren mit stärkerer Verschlüsselung sind WEP plus und WPA (Wi-Fi Protected Access), die jedoch nicht von allen Geräten unterstützt werden. Die Nutzer älterer Modelle bleiben außen vor oder können es mit einem Update der Firmware probieren.
Mit einem Zugangsfilter können nur Rechner auf den Access-Point zugreifen, die bereits in einer Zugriffsliste eingetragen sind. Die Media Access Control Adresse (MAC) ist die Hardware-Adresse eines jeden Netzwerkgerätes, die zur eindeutigen Identifikation des Geräts im Netz dient. Sie wird beim Einschalten gesetzt und kann danach oft nicht mehr verändert werden. Diese MAC-Adressen werden in der Konfiguration der Basisstation eingetragen, was bei überschaubaren Netzen leicht machbar ist. Solche Adressen können zwar auch gefälscht werden, aber dazu muss der Angreifer zumindest eine echte MAC-Adresse kennen.
Wer ein eigenes kabelloses Netzwerk betreibt, das nicht nur Kinder- und Wohnzimmer verbindet, der sollte etwas mehr Aufwand für seine Sicherheit betreiben. Steuerberatern, Rechtsanwälten und Ärzten ist das kabellose Netz nicht unbedingt als alleinige Lösung zu empfehlen. In Verbindung mit einem herkömmlichen Netzwerk kann allerdings ein Virtual Private Network (VPN) dafür sorgen, dass sensible Daten auch wirklich sensibel bleiben.
Mit einigen Handgriffen kann ein drahtloses Netz zwar nicht absolut sicher gemacht werden, aber es wird für jeden Angreifer etwas schwerer, sich unberechtigten Zugriff zu verschaffen.