Wacom Volito Leb wohl, Mäuschen!
Moderne Betriebssysteme arbeiten mit grafischen Benutzerschnittflächen: Wer Windows, MacOS oder KDE nutzt, fuhrwerkt den ganzen lieben Arbeitstag mit der Maus herum. Der stete Wechsel zwischen Maus und Tastatur ist eigentlich unökonomisch und deutlich langsamer als das Arbeiten mit Kurzbefehlen - aber wer kennt die schon alle?
Viele von uns Büroknechten bezahlen dafür einen herben Preis: Irgendwann krampft es in der Hand, Zeige- und Mittelfinger tun, was sie wollen, und im schlimmsten Fall erwischt uns eine veritable Sehnenscheiden-Entzündung. Da hilft nur noch Rheumacreme und Schohnung, oder?
Es gibt Alternativen. Trackballs gelten als cool, und viele kommen damit gut zurecht. Anderen bleiben ihre Geheimnisse ewig verborgen, doch auch für sie gibt es eine Alternative, an die man vielleicht nicht sofort denkt.
Grafik-Tablets zum Beispiel. Die sind eigentlich dazu da, dem Grafiker die Arbeit zu erleichtern. Freihändig zu zeichnen, frei und händisch zu schreiben. Sie lassen sich aber auch anders nutzen.
Als vollgütiger Mausersatz auf Windows-Rechnern funktioniert nach einer Einarbeitszeit beispielsweise das Volito von Wacom. Das Tablet ist eines der kleinsten am Markt (etwa so groß wie ein Mauspad), was eigentlich schlecht ist für Grafiker, aber ideal für Büroknechte.
Auf dem Tablet bewegt man sich innerhalb eines Rechteckes, das stellvertretend für den Bildschirm steht. Zeigt man in die rechte obere Ecke, wandert dort der Cursor hin. Tippt man auf das Tablet, entspricht das einem Klick mit der linken Maustaste. Am Stift (10 Gramm leicht), den man entspannt in der Hand hält, gibt es einen kleinen Knopf, der die rechten Maustastenfunktionen zur Verfügung stellt.
Das klappt alles ganz entspannt, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, und dann deutlich schneller als mit der Maus: Beim Schreiber dieser Zeilen hat das etwa zehn Tage gedauert. Das ist jetzt rund sieben Monate her, in denen die Maus bedauernswert ungenutzt verstaubte: Eine solche liefert Wacom für den Fall der Fälle ebenfalls mit, natürlich drahtlos.
Zum Set gehört natürlich auch die nötige Software inklusive Handschriftenerkennung. Bei der Installation auf drei verschieden konfigurierten Rechnern gab es keine Probleme.
Angeschlossen wird das Volito über die USB 2-Schnittstelle. An das System stellt das Tablet sonst keine größeren Anforderungen. Windows 98, 2000, ME oder XP sollten installiert sein, Versionen für Mac oder Linux gibt es leider wie so oft nicht.
Fazit: Das Volito ist ein schickes Eingabegerät, das den Anforderungen an ein vollgütiges Grafiktablet nicht ganz gerecht wird. Für Alltagsaufgaben aber ist es prächtig geeignet, und ganz besonders sogar als Mausersatz für Sehnenscheiden-Geplagte. Im Handel ist das Volito für rund 50 Euro zu haben.
Frank Patalong