Web-Hosting: Ein neuer Spieler drängt in den Markt - DER SPIEGEL
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Web-Hosting Ein neuer Spieler drängt in den Markt

Zwei Unternehmen dominieren seit Jahren das Geschäft mit privaten Web-Auftritten in Deutschland. Jetzt will ein neuer Anbieter den Markt aufmischen und sich als dritter großer Web-Hoster etablieren - unter anderem mit "virtuellen Servern".
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Neben Strato und 1&1 gibt es mehr als 200 kleinere Vermieter von Internet-Servern, auf denen man sich die eigene Homepage einrichten kann. Nun aber will ein Dritter zu den Großen gehören.

"Wir werden zwar auch sehr preisaggressiv auftreten, aber stärker auf die Bedürfnisse der anspruchsvollen Kunden eingehen", sagt der Alleinvorstand der 1blu AG, Johann Dasch. Bis Ende August war er im Vorstand von Strato unter anderem für die Produktplanung zuständig. Jetzt geht der 38-Jährige seine eigenen Wege.

Die Branche habe sich in den vergangenen zwei Jahren eher ruhig entwickelt, sagt Dasch im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP.

"Die Sache in Bewegung bringen"

Da sei es ein ganz normales Marktgesetz, dass ein neuer Anbieter auftrete und die Sache in Bewegung bringe. Während die beiden Marktführer in letzter Zeit das Geschäft mit dem DSL-Zugang und der Internet-Telefonie verstärkt vorangetrieben hätten, wolle 1blu vor allem die Qualität im Web-Hosting verbessern. Hier gebe es ein robustes Branchenwachstum von 20 Prozent im Jahr, sagt der Firmengründer.

Das Web-Hosting besteht bislang im Wesentlichen aus zwei Bereichen: das Massengeschäft mit Internet-Auftritten schon ab weniger als einem Euro im Monat und die Vermietung von "dedizierten Servern", also eigenen Rechnern, die selbst konfiguriert und verwaltet werden können.

Diesen Vorteil der eigenen Server-Einrichtung bieten auch "virtuelle Server". Bei diesen handelt es sich aber nicht um eine einzelne Maschine, sondern um mehrere abgetrennte Betriebssystem-Bereiche auf einem leistungsstarken Rechner. Solche "V-Server" gibt es bislang noch nicht bei den beiden Marktführern.

"Die Kunden werden anspruchsvoller"

"Die Kunden werden immer anspruchsvoller und machen immer mehr mit ihrem Web-Auftritt", sagt Dasch. Anstatt sich einen preiswerten dedizierten Server mit Abstrichen bei der Leistung zuzulegen, sei es besser, sich für einen virtuellen Server mit hoher Leistung zu entscheiden. Dabei teilen sich zwar bis zu 100 V-Server einen Rechner. Dennoch wird jedem einzelnen von ihnen ein Mindestanteil von Prozessorleistung und Arbeitsspeicherkapazität garantiert.

Für die Unterbringung von Server-Hardware und Leitungstechnik hat 1blu ein Rechenzentrum von IX Europe in Frankfurt am Main gemietet. Dort gibt es eine direkte Anbindung an den Deutschland-Netzknoten DE-CIX. Wichtig sei eine möglichst schnelle Netzanbindung, sagt Dasch.

Die Branchengrößen wollen erst mal abwarten, wie sich der Newcomer entwickelt. "Wir sehen das gelassen", sagte Strato-Sprecher Carsten Zorger. Strato biete einen Support und ein Preis-Leistungsverhältnis, das nicht so schnell einzuholen sei.

Von Peter Zschunke, AP