Web-Piraten: Millionenumsatz auf dem Schulhof - DER SPIEGEL
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Web-Piraten Millionenumsatz auf dem Schulhof

Internet-Piraten schädigten die deutsche Plattenindustrie im vergangenen Jahr um mehrere hundert Millionen Mark. Allein auf Schulhöfen wurde die Branche mit illegal gebrannten CDs um 200 Millionen Mark gebracht.
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Köln - Durch illegal kopierte Musiktitel sind der deutschen Schallplattenindustrie im vergangenen Jahr Schäden in Höhe von mehreren hundert Millionen Mark entstanden. Allein der Verkauf illegal gebrannter CDs auf Schulhöfen habe der Branche Verluste von 200 Millionen Mark eingebracht, sagte der Verbandsvorsitzende der Phonographischen Wirtschaft, Peter Zombik, am Mittwoch. Daher werde der Kampf gegen Raubkopierer noch verstärkt. In den vergangenen 15 Monaten sei man gegen insgesamt 1300 illegale Anbieter im Internet vorgegangen, erklärte er vor der im August in der Domstadt stattfindenden Internationalen Musikmesse Popkomm.

Weltweit bieten nach den Worten Zombiks etwa 700.000 Anbieter illegal Online-Musik an. Die Branche fürchtet in den nächsten Jahren noch eine Zunahme des Problems. Zurzeit seien erst drei Prozent der deutschen Haushalte mit CD-Brennern ausgestattet. Diese hätten allerdings im vergangenen Jahr bereits rund 60 Millionen CDs gebrannt. Der Kampf gegen Raubkopien vor allem aus dem Internet soll ein Hauptthema auf der Musikmesse Popkomm werden.

Die im vergangenen Jahr von der Branche gestartete Aktion "copy kills music" hat laut Zombik die Sensibilität für das Thema schon gestärkt. Der Verband hofft nach eigenen Angaben darauf, in wenigen Monaten mit den deutschen Internetprovidern zu einer Einigung zu kommen. Danach sollen diese ein Urheber-Sicherungssystem einsetzen, um das illegale Anbieten von Musik zu verhindern.

Bernd Dopp von WEA records warnte am Mittwoch, sollte es nicht zu einer freiwilligen Einigung kommen, werde man diese "auf der Basis von Gesetzen erzwingen".

Die Europäische Union könnte der Branche einen Strich durch die Rechnung machen: Brüssel will noch in diesem Jahr Musikkopien für private, nicht-kommerzielle Zwecke legalisieren. Das Problem ist also noch nicht aus der Welt.