Website-Ranking: Gute Seiten, schlechte Seiten - DER SPIEGEL
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Website-Ranking Gute Seiten, schlechte Seiten

Mit Übersichtlichkeit und Aktualität hapert es bei den Internetauftritten deutscher Firmen. Etliche Großunternehmen kommen in einer neuen Studie schlecht weg.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Wo bekommt man einen Kurschart der T-Aktie? Auf der Investor-Relations-Seite der Deutschen Telekom jedenfalls nicht. Wer auf der Homepage in der Rubrik "Informationen zur T-Aktie" auf den Link "Historische Kursentwicklung" klickt, bekommt nicht etwa Optisches präsentiert, sondern eine ellenlange Liste aller Tagesschlusskurse. Eine Kursgrafik war der Telekom wohl zu peinlich.Verwirrende oder schlichtweg veraltete Informationen, unübersichtliche Navigation - oftmals gelingt es deutschen Spitzenunternehmen, ihre virtuellen Besucher zu vergrätzen, weil sie sich nicht an die Grundregeln des Webdesigns halten. Das ist eines der Ergebnisse des alljährlich von der Beratungsfirma Webconsult im Auftrag vom manager magazin durchgeführten Internettests. Der von Webconsult-Gründer Deziderio Šonje entwickelte Test beurteilt die Internetauftritte per Punktesystem nach den Kriterien Gestaltung, Aktualität, Navigation, Homogenität und Interaktivität. Wie man im Web richtig mit Kunden und Investoren kommuniziert, zeigt Fresenius. Der Gesundheitskonzern sicherte sich mit einem klar strukturierten und sehr informativen Internetauftritt den Sieg beim diesjährigen Web-Test. Die Absteiger des Jahres wurden meist wegen Mängel im Bereich Aktualität herabgestuft. Den tiefsten Sturz muss Aventis verkraften. Der Online-Auftritt des Pharmakonzerns rutschte von Rang 13 auf Rang 72. Aktionäre, die sich im Oktober 2001 über die Lage von Aventis informieren wollten, konnten nur einen Geschäftsbericht von 1999 herunterladen. Die deutsche Tochter von Ford verwirrt Kunden und Anleger mit einer uneinheitlichen Navigation: Je nach Unternehmensbereich verändern sich die Navigationselemente. Ein Internetauftritt sollte jedoch kein Suchspiel sein. Folgerichtig fiel Ford im Vergleich zum Vorjahr um 49 Plätze auf Rang 86. Erstmals wurden beim diesjährigen Web-Test die Auf- und Absteiger des Jahres ermittelt. Am stärksten konnte sich die Deutsche Bank verbessern, die sich mit einem überarbeiteten Web-Angebot von Platz 91 auf Rang 35 vorarbeitete. Zu den weiteren Aufsteigern zählen die Münchener Rück und die Allianz, die im Vergleich zum Vorjahr um rund 50 Plätze aufgestiegen sind.Beim Web-Test werden die 70 umsatzstärksten deutschen Handels- und Industriekonzerne untersucht, ergänzt um die jeweils fünf größten Banken und Versicherungen sowie die 20 am Neuen Markt notierten Firmen mit der höchsten Marktkapitalisierung im Juni 2001.