Windows 2000: Gravierendes Sicherheitsloch - DER SPIEGEL
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Windows 2000 Gravierendes Sicherheitsloch

Noch ist Windows 2000 nicht auf dem Markt, schon muss Microsoft nachbessern. Drei Wochen vor dem Verkaufstart ist der erste schwere Programmfehler bekannt geworden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nicht viel Neues aus Redmond: Auch beim Betriebssystem Windows 2000  scheint sich der Softwareriese Microsoft auf das zu konzentrieren, was er anscheinend besonders gut kann - Patches und Updates für seine Software zu entwickeln. Immer getreu dem Motto: "Zunächst ankündigen und vermarkten, dann erst entwickeln."

Windows 2000 soll zwar erst ab dem 17. Februar in den USA verkauft werden, doch schon jetzt sieht sich Microsoft gezwungen, den ersten Patch für die Software herauszubringen. Ein gravierendes Sicherheitsloch soll damit gestopft werden.

Wie ZDNet  meldet, macht es der Programmfehler möglich, die auf einem fremden Webserver gespeicherten Daten einzusehen. Auch wenn sensible Daten wie Kreditkarteninformationen oder Passwörter nicht auf einem Webserver gespeichert sein sollten, kann dies, zum Beispiel in temporären Dateien, nicht immer vermieden werden. David Litchfield, der das Sicherheitsloch entdeckt hat, spricht daher auch von einer "großen Gefahr".

Auch Microsoft will, so Sicherheits-Manager Scott Culp, die Tragweite des Fehlers nicht in Frage stellen. "Wichtig ist jetzt aber, dass wir einen Patch herausgebracht haben, der das Problem behebt", sagt Culp. "Alle unsere Kunden sollten sich auf unseren Seiten über den Fehler informieren."

Da Microsoft erst im Januar von dem Problem erfahren hat, wird die Windows-2000-Version in den Verkaufsregalen erst einmal die Sicherheitslöcher enthalten. Denn die Auslieferung der neuen Windows-Version an Händler und Hersteller begann bereits am 15. Dezember 1999. Das Betriebssystem werde jetzt vom Microsoft-Support, so Culp, wie "jedes andere Softwareprodukt auch" betreut.

Anscheinend ist aber nicht nur Windows 2000 von den Sicherheitsproblemen betroffen. Das fehlerhafte Programm namens "Microsoft Index Server" wird beispielsweise auch als Zusatzmodul zum Betriebssystem NT 4.0 geliefert. Noch schlimmer: Viele NT-Benutzer haben das Programm offensichtlich im Hintergrund laufen, ohne dass sie davon wissen.

Bislang seien, so Litchfield, mindestens sechs Banken und drei große Computerhersteller vom Bug betroffen. Dessen Entdecker geht noch einen Schritt weiter und meint: "Die Mehrzahl aller auf Windows basierenden Server ist in Gefahr."