Windows-PC Spion durch die Hintertür
Hannover - Selbst Verschlüsselung und Sicherheitssoftware stellen keine nennenswerten Hindernisse für den Einbrecher dar, denn Hintertüren liefern einem Datenspion alle Tastatureingaben frei Haus, berichtet das Computermagazin c't in seiner aktuellen Ausgabe.
Backdoor-Programme wie das legendäre "Back Orifice" können sogar dann die Aktivitäten am PC protokollieren, wenn man gerade nicht online ist. Mit geheimen Schlüsseln von der Festplatte erhält der Angreifer alle Möglichkeiten, die auch der rechtmäßige Benutzer besitzt - bis hin zum Online-Banking. Zusätzlich bieten Hacker-Tools eine Menge Funktionen, um den Anwender zu ärgern: Maustasten können vertauscht oder Windows zum Absturz gebracht werden - nur einige Beispiele.
Ein Multimedia-Rechner mit Kamera und Mikrofon kann für einen Eindringling eine vollständige Überwachungsstation mit Ton und Bild darstellen. Eigens eingerichtete Webseiten zeigen bereits Bilder von Back-Orifice-Opfern. Das Programm SubSeven jedoch gilt als derzeit gefährlichste Hintertür für den Windows-PC. Sein Risikopotential ist laut Aussage von Experten deutlich höher als das von Back Orifice.
Hintertüren kommen mit nützlichen oder spaßigen Programmen oder selbst entpackenden Archiven in den Computer. Beim Start installiert der Anwender unwissentlich auch die Spionage- Software. Die Standardeinstellungen eines Virenscanners schützen nur mäßig, nicht alle Hintertüren können erkannt werden. Eine manuelle Suche ist nahezu unmöglich.
"Die beste Antwort auf PC-Parasiten bleibt ein gesundes Misstrauen", erklärt "c't"-Redakteur Norbert Luckhardt. "Ausführbare Dateien aus E-Mail-Anhängen sollte man auf keinen Fall starten, wenn eine Übertragung nicht ausdrücklich mit dem Absender verabredet war. Das gilt auch für persönliche Bekannte, denn viele Viren verschicken automatisch im Namen des Computerbesitzers verseuchte Post."