Wirtschaftsspionage: Wer wühlt im Müll von Microsoft? - DER SPIEGEL
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Wirtschaftsspionage Wer wühlt im Müll von Microsoft?

Anfang Juni wurde Microsoft angeblich Opfer versuchter Wirtschaftsspionage. Zuerst versuchte eine unbekannte Frau, den Papiermüll der Firma zu kaufen. Kurze Zeit später kam es zu einem Einbruch in ein Washingtoner Büro des Unternehmens. Microsoft verdächtigt ungenannte Konkurrenten.
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Nach Informationen des "Wall Street Journal" und des Online- Dienstes "Wired News " hatte sich eine Frau Anfang Juni als Detektivin ausgegeben und mehrfach vergeblich versucht, den Müll der Lobbyorganisation "Association for Competitive Technology" (ACT) zu kaufen. ACT wird massiv mit Microsoft-Geldern finanziert und wendet sich gegen die Regierungsposition im Kartellverfahren. Die Frau bot den Arbeitern einer Putzkolonne 700 Dollar für den Papiermüll, berichtete die Presse.

Kurz nach den Besuchen der angeblichen Privatermittlerin bei ACT kam es zu mehreren Einbrüchen in einem Washingtoner Gebäude, in dem auch Microsoft ein Büro unterhält. Die Tür des Firmenbüros war von den Einbrechern geöffnet worden, Dokumente verschwanden nach Angaben eines Microsoft-Sprechers allerdings nicht. Die Washingtoner Polizei ermittelt in beiden Fällen.

Im Kartellprozess war Anfang Juni die Zerschlagung des Softwareriesen in zwei Unternehmen angeordnet worden. Microsoft will gegen das Urteil in Berufung gehen.