WLAN-Hotspots Drahtlos heißt nicht kostenlos
Das Internet wird nach und nach von seinen Kabeln befreit. In Deutschland gibt es inzwischen mehrere tausend so genannte Hotspots, an denen sich Besitzer eines Notebooks mit Wireless-LAN-Karte drahtlos ins Internet einwählen können. Richteten sich die ersten Angebote an Flughäfen und in Nobel-Hotels vor allem an Geschäftsreisende, so sind inzwischen auch viele Cafés und Restaurants in das Geschäft mit der Funktechnik eingestiegen.
Auch Notebook-Hersteller haben den Trend erkannt. In immer mehr mobilen Rechnern ist WLAN bereits eingebaut. Der Halbleiterhersteller Intel etwa bietet mit seiner Centrino Mobiltechnologie eine integrierte Lösung aus Funkchip und Strom sparendem Prozessor an. Mit einer WLAN-Karte lässt sich allerdings auch jedes andere aktuelle Notebook für rund 50 Euro nachrüsten.
Wichtige Spieler im WLAN-Markt sind neben der Telekom und einigen Internet-Providern die Mobilfunkanbieter. Die Telekom-Festnetztochter T-Com bietet drei Zeittarife für ihre Hotspots an, die vorwiegend in Restaurants und Cafés installiert sind. Für 1 Stunde drahtloses Surfen zahlen Kunden 8 Euro, 3 Stunden kosten 14 Euro und 24 Stunden 18 Euro.
T-Com-Kunden mit einem DSL-Anschluss zu Hause surfen unterwegs günstiger. Für drei Stunden verlangt das Unternehmen 9,90 Euro, jede weitere Minute kostet 8 Cent. In der Einführungsphase bis zum 30. September entfällt die Begrenzung auf drei Stunden, für die Grundgebühr gibt es also eine mobile Flatrate.
Die Mobilfunk-Tochter des Bonner Ex-Monopolisten T-Mobile richtet sich mit ihrem Hotspot-Angebot dagegen vorwiegend an Geschäftskunden. Die Zugangspunkte befinden sich meist auf Flughäfen und Messen sowie in Hotels. Die Preise für die Zeittarife sind allerdings die gleichen wie bei der T-Com.
T-Mobile-Kunden haben zusätzlich die Möglichkeit, die Internet-Nutzung über ihre Mobilfunkrechnung abziehen zu lassen. Pro angefangene 15 Minuten kostet der Internetzugang dann zwei Euro.
Während die Telekom-Töchter zusammen bis zum Ende des Jahres mehr als 5200 Hotspots betreiben wollen, ist das Angebot des größten Mobilfunk-Konkurrenten Vodafone noch relativ bescheiden. Nur in einigen Lufthansa-Lounges sowie Accor- und Dorint-Hotels können die Mobilfunk-Kunden des Anbieters drahtlos ins Netz. Mit 3,95 Euro für 30 Minuten, 9,95 Euro für 2 und 24,95 Euro für 24 Stunden ist Vodafone zudem deutlich teurer als die Telekom.
E-Plus bietet einen kombinierten Tarif für den drahtlosen Internetzugang per Handy und Laptop an. Für Preise von 2,50 Euro bis 50 Euro erhält der Kunde Datenpakete zwischen 2,5 und 50 Megabyte. Für die WLAN-Nutzung kassiert der Mobilfunk-Betreiber allerdings noch einmal extra 3,60 Euro pro angefangene 30 Minuten.
O2 baut ebenso wie Vodafone keine eigenen Hotspots auf. Der Münchner Anbieter vermarktet stattdessen das Angebot seiner Partnerunternehmen GlobalAirNet, Swisscom Eurospot, NetCheckin und ISIS. O2-Kunden stehen nach Angaben von Unternehmenssprecher Roland Kuntze derzeit 400 Zugangspunkte zur Verfügung. In den kommenden Wochen sollen zusätzlich 500 Hotspots von T-Systems in das Netz mit eingebunden werden. Einen Freischaltcode für den Drahtloszugang verschickt O2 per SMS.
Neben den Telekommunikationsunternehmen gehören auch Internet-Provider zu den WLAN-Anbietern. Für 1&1-Kunden mit DSL-Zugang kostet die Online-Minute 16 Cent, sollte sie das Freikontingent von zehn Stunden überschreiten .
AOL-Kunden surfen in Cafés mit AOL-Hotspot zu ihrem üblichen Tarif.
Darüber hinaus gibt es viele Einzelanbieter wie Restaurants und Cafés. Einen Überblick bieten Datenbanken. Das Telekommunikationsmagazin "connect" verzeichnet unter www.connect.de nach eigenen Angaben über 3700 Hotspot-Standorte allein in Deutschland. Das Internet-Portal Lycos bietet mit dem WLAN-Sniffer eine Software an, mit deren Hilfe der Laptop-Besitzer den nächsten Hotspot auch offline recherchieren kann.
Ganz problemlos ist das drahtlose Surfen unterwegs allerdings nicht. Zuweilen sind die Hotspots vollkommen ungesichert. Der Antiviren-Spezialist Symantec rät beim mobilen Einsatz deshalb dazu, keine sensiblen Daten auf dem Rechner gespeichert zu haben. Sicher seien Hotspots, die über ein so genanntes Virtual Private Network (VPN) geschützt sind. Der Datenaustausch findet dann innerhalb eines Tunnels in dem öffentlichen Netz statt, auf den nur autorisierte Nutzer Zugriff haben.
Björn Sievers,ddp
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Pfade durch den Preisdschungel
Die Abrechnung an vielen öffentlichen Wireless-LAN-Zugängen ist für den Nutzer unübersichtlich, unkomfortabel und teuer - schreibt das Telekommunikationsmagazin "connect" in seiner Maiausgabe. Das Muster kennt man: So groß die Zahl der Hotspot-Betreiber, so "vielfältig" die Bezahlmethoden und Tarife.
Zu den gebräuchlichsten Abrechnungs-Varianten zählten Guthabenkarten (Voucher, z.B. in Hotels), Kreditkarten, Zugangcodes per SMS mit Abrechnung über die Mobilfunkrechnung und über das Benutzerkonto bei einem Internet-Provider.
Da für die einstündige Internetsitzung ein Betrag zwischen fünf und zwölf Euro fällig ist, rät das Magazin zum Preisvergleich. Kunden von Mobilfunk-Betreibern und Internet-Providern sollten möglichst nutzungsabhängige Tarife ohne Grundgebühr und Mindestumsatz wählen.
Bei Internet-Providern gebe es zudem Abrechnungsmodelle nach übertragenem Datenvolumen. Zu berücksichtigen sei außerdem, ob es Mindestnutzungszeiten beziehungsweise Abrechnungs-Takte gibt, wie beispielsweise bei deutschen T-Mobile-Hotspots pro Viertelstunde.
Wer hingegen Zeitkontingente in Form von Rubbel- oder Guthabenkarten kauft, sollte dem Bericht nach sicherstellen, dass ein solcher Voucher gestückelt verbraucht werden kann und über längere Zeit gültig bleibt. Das funktioniere selten in Hotels, wo der mobile Zugang zum Web nach der ersten Nutzung oft nur für höchstens 24 Stunden offen bleibt. Danach verfalle das restliche Guthaben.
Auch eine Mindestnutzungsdauer mache das drahtlose Surfvergnügen in vielen Fällen teuer. Wer bei einem schnellen Cappuccino seine E-Mails abrufen will, hat nichts von einem Zwei-Stunden-Kontingent, für das er acht bis zwölf Euro zahlt. Weit preiswerter ist da der Gang ins gute alte Internet-Cafe.