Wurm-Warnung: Fizzer ist ein Böser - DER SPIEGEL
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Wurm-Warnung Fizzer ist ein Böser

Noch, sagen die Experten, sei er in Deutschland nicht angekommen, doch das könnte nur eine Frage der Zeit sein: Fizzer geht um - und lockt mit teils schwäbelnden Betreffzeilen. Ansonsten ist an dem Wurm aber auch gar nichts witzig.
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Zwar verlief das PC-Virenjahr bisher eher glimpflich, doch daraus zu schließen, den virenschreibenden Chaoten sei die kriminelle Energie ausgegangen, wäre verfrüht. Gut möglich, dass Fizzer diesen Punkt in den nächsten Tagen unter Beweis stellt: Das zurzeit vor allem in Asien verbreitete Schad-Programm ist ein bisschen weniger einfallsarm als seine zahllosen, inzwischen weit gehend unbemerkt verpuffenden Konkurrenten.

Denn letztlich liegt da der Hase im Pfeffer: Nach einem gut drei Jahre andauernden Dauerfeuer durch Skript-Viren ("I Love You" hieß deren erfolgreichster Vertreter) können nicht nur 89,3 Prozent aller deutschen Surfer berichten, schon mindestens einmal durch ein Computervirus geschädigt worden zu sein, nein - die meisten scheinen daraus auch etwas gelernt zu haben. Die Zahl der veröffentlichten Viren sinkt durchaus nicht, nur deren Erfolgsquote befindet sich im steilen Sinkflug.

Gute Vorsorge, Herr Doktor, pflegte die freundliche Dame in der Zahnpasta-Werbung da früher immer zu sagen, und passend wäre das auch hier: Mittlerweile kümmern sich Unternehmen wie Privatsurfer mehr um Sicherheitslücken und Virenprophylaxe.

Das alles hilft jedoch nur dann, wenn den Spürprogrammen entweder die Masche eines neuen Virus altbekannt ist, oder sie bereits auf den Neuling vorbereitet wurden.

Diese Chance erhält man nun bei "Fizzer"

Der ist in Europa noch nicht recht angekommen, was aber nur eine Frage der Zeit sein dürfte. Ein guter Zeitpunkt für ein kleines Filter-Update, denn wenn er kommt, erlegt er zuerst den unvorbereiteten Virenscanner.

Sodann versucht sich Fizzer nicht nur in der fleißigen Selbstvermehrung, sondern auch darin, einen ICQ-Kanal und damit verbunden eine "Backdoor" im System zu öffnen. Ein ebenfalls im fiesen Programmpaket enthaltener Keylogger (ein Programm, das Tastaturanschläge aufzeichnen kann) soll Passworte und andere empfindliche Daten ausspionieren. Kurzum: Fizzer ist kein Netter.

Ein Killer ist er allerdings auch nicht: Da das Schadprogramm nicht selbstaktivierend ist, ist das Virus darauf angewiesen, dass der Nutzer den Dateianhang einer Virenmail öffnet.

Denn beim User landet er auf althergebrachte Weise: Per E-Mail als Attachment, aber auch über KaZaA soll die Verbreitung laufen.

Was dagegen hilft

Da bleibt nur der alte Ratschlag, unverlangt zugesandte Attachments grundsätzlich nicht öffnen - für so was gibt es den Papierkorb. Wer bei P2P-Börsen ausführbare Programmdateien herunterlädt und diese ungeprüft öffnet, ist fast schon selbst schuld: Programme sollte man nur von so genannten "vertrauenswürdigen Servern" beziehen.

Eine Warnung vor einer eindeutig zu erkennenden Betreffzeile ist nicht möglich, weil das Virus diese - aus einer entsprechenden Datenbank schöpfend - anscheinend willkürlich generiert. Erhöhte Verbreitungschancen werden Fizzer in Deutschland zugesprochen, weil viele der Betreffzeilen in deutscher (oder semideutscher) Sprache daherkommen, und manche gar in eindeutiger Dialektfärbung. "Koi luscht zum schaffe" heißt es schwäbelnd in einer, "keine Lust zu arbeiten".

Wäre ja schön, wenn es so wäre.

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