Xbox live Leben für die Xbox
Das jedenfalls berichten heute "New York Times" und "Washington Post": "Xbox Live" solle der geplante Dienst heißen, für den Bill Gates tiefer als geahnt in die Tasche zu greifen bereit ist.
Die Ankündigung kam im Vorfeld zur E3, dem jährlichen Messe-Highlight der Gaming-Industrie. Microsoft hoffe, hieß es in der "New York Times", dass das in den USA seit vergangenem November ausgelieferte Xbox-Videospielsystem beibehalten werden könne. Der Konzern hinke jedoch hinter der Playstation 2 (PS2) von Marktführer Sony hinterher.
Vorteile erhoffen sich die drei Konkurrenten Microsoft, Sony und Nintendo mit ihren neuen Onlinediensten, die ihre jeweiligen Spielekonsolen zur Plattform weltweit ausgetragener Netzwerkspiele machen soll. Von Microsoft hieß es bisher wie von Sony, das entsprechende Dienste noch im Sommer starten sollten. Nun spricht Microsoft - ohne Nennung eines konkreten Datums - von "diesem Herbst".
Da möchte auch Nintendo sein Online-Abenteuer beginnen - viel mehr ist aber weder darüber, noch über die von Sony geplanten Dienste bekannt.
"Xbox Live" hingegen hat bereits ein wenig Gestalt angenommen.
Details
Die Mitgliedschaft bei "Xbox Live", geplant als jährlicher Abo-Dienst, soll 49,95 Dollar kosten - in dem weltweiten Dienst gilt ein Preis für alle Kontinente und pro Mitgliedsjahr. Enthalten sein wird - neben dem zur Anbindung ans Breitbandnetz nötigen Kabelsalat - auch eine "Headset-ähnliche Kommunikationsschnittstelle".
Rechtzeitig zum Startschuss im Herbst sollen mindestens drei Spiele ins Rennen gehen, die sich an die Fans verschiedener Genres wenden: Neben der Football-Simulation NFL Fever 2003 sollen dies die Roboter-Prügelorgie Mech Assault und das "beliebte Shooter-Spiel" Unreal Championship sein. Über 50 Spiele sind angeblich in Vorbereitung und sollen bis zum nächsten Frühjahr auch online spielbar sein.
Ankündigungen, die für die Zukunft der Xbox alles andere als unwichtig sind: Der Markterfolg entscheidet sich nicht allein über den Preis. Gerade aus Fankreisen wird immer wieder die verhältnismäßig geringe Zahl von Xbox-eigenen Spielen bemängelt.
Nach eigenen Angaben hat Microsoft, deren Xbox seit November zunächst in den USA, seit März auch in Japan und Europa verkauft wird, bisher drei Millionen Geräte absetzen können. Marktführer Sony verkaufte seit Einführung der PS2 vor zwei Jahren rund 30 Millionen Geräte und arbeitet bereits an einem Nachfolger. Nintendos Gamecube ist erst seit Mai 2002 im Handel, verkauft sich aber zumindest in Europa besser als die Xbox.