Xoro HSD 700: Kino für unterwegs - DER SPIEGEL
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Xoro HSD 700 Kino für unterwegs

Lebe wohl, Zeit der quengelnden Kinder: Schluss mit "Wie lange noch?", "Ich muss aber Pipi" und all den anderen Klassikern intensiv erlittener Urlaubsfahrten. Endlich gibt es bezahlbare portable DVD-Player, mit denen sich der Nachwuchs auf der Rückbank paralysieren lässt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Es soll Leute geben, die sich all den Hightech-Schnickschnack, den die Autozubehörindustrie heute liefert, entweder leisten können oder aber bereit sind, sich gegenüber Mercedes-, BMW-, VW- oder Sonstwas-Bank zur lebenslangen Leibeigenschaft zu verpflichten. Als Gegenleistung gibt es beispielsweise ganz tolle Plasmabildschirme, mit deren Hilfe man den ja immer quengelnden Nachwuchs selbst auf längeren Fahrten ruhig stellen kann.

Das ist schön, allerdings auch billiger zu haben. Pragmatiker bemühen da einfach den Laptop, den sie mit Mpeg- und Avi-Filmen auffüttern. Stilbewusste und Cineasten aber, die nicht nur die Kinder betäuben, sondern auch selbst was vom Filmspaß haben wollen, träumen gern vom DVD-Man: Trotz Bahnpreisreform soll es ja noch ein paar Pendler geben.

Die wurden - zumindest im Metropolitan auf der Strecke Köln-Hamburg - in den letzten Jahren mit portablen Sony-DVD-Playern angefixed: Das hat schon was, wenn man nicht nur besten Sound über die Kopfhörer genießt, sondern dazu auch noch ein glasklares, völlig dichtes DVD-Bild im 16:9'er-Format vor Augen hat. Schade nur, dass es solche Flachmänner nicht unbedingt im Sonderangebot gibt: Sonys neue Modelle (D-VM1) sind für rund 1500 Euro zu haben, die Konkurrenz von Pioneer (PDV-LC-20) schlägt mit rund 2000 Euro zu Buche, und Panasonic, der einzige Hersteller, der derzeit mehrere Modelle lieferbar hat, will zwischen 1299 und 1800 Euro sehen.

Ein teurer Spaß, und auch auf dem Gebrauchtmarkt sieht es nicht viel besser aus: Sonys längst nicht mehr lieferbarer "Zug-Klassiker" DVP-FX1 wird ab 800 Euro aufwärts gehandelt, wenn er gut in Schuss ist, und der Preis ist typisch: Kaum ein tragbarer "Video-Walkman", der unter 700 Euro zu haben wäre - egal, wie betagt das Modell bereits ist.

Preisbrecher in Sicht: Jetzt kommt Xoro

Doch vielleicht kommt jetzt Bewegung in den Markt. Der Xoro HSD 700 kommt mit einem Einstandspreis von 647 Euro daher und kostet damit zwar noch immer eine Menge Geld, aber deutlich weniger als die Konkurrenz.

Dafür kann er aber (zum Teil) deutlich mehr: Die Technik ist absolut auf dem Stand der Zeit. Der kleine, rund 800 Gramm leichte Player liest DVDs, CDs, VCDs und S-VCDs, und das - neben Standard Kauf-Medien - von CD-Rs, CD-RWs, DVD-Rs und DVD+R-Medien. Dazu beherrscht er auch noch Audioformate bis hin zu MP3.

Das ist flexibel. Zum Kaufpäckchen gehören neben Lithium-Ionen-Akkus, Fernbedienung und Netzteil auch alle Anschlusskabel bis hin zum Auto-Adapter für den Zigarettenanzünder. Wie seine Konkurrenten kann man auch den Xoro als Ersatz für einen großen Player an den Fernseher anschließen. Das eigentliche Bonbon für Kinofans aber ist etwas, was dem Xoro fehlt: die Festlegung auf Ländercodes.

Der HSD 700, wirbt der Xoro-Vertrieb MAS, sei "ideal für Fernreisende", weil er auch DVDs, die nur für andere Weltregionen freigeschaltet sind, akzeptiere. Natürlich ist dem Xoro da auch egal, ob er nun mit Pal-Bildern gefüttert wird, oder mit dem amerikanischen Standard NTSC. Wer keine Fernreise plant, aber trotzdem Nutzungsmöglichkeiten für den Xoro sieht, sollte sich darüber im klaren sein, dass der deutlich preiswertere Kauf von DVDs mit den Regio-Codes 1 oder 4 im Widerspruch zu den Lizenzbestimmungen der Filmindustrie steht.

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