Youtube: Gary Brolsma - DER SPIEGEL
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Youtube Gary Brolsma

Er ist einer der Väter der Selbstinszenierung per Homevideo: Gary Brolsma, der Urheber des berüchtigten "Numa Numa"-Sitztanzvideos.
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Der mittlerweile 20jährige Anti-Star aus New Jersey mußte sich den Weg zu seinen 15 Minuten Ruhm noch ohne Youtube erkämpfen: Im Dezember 2004 veröffentlichte er seine Karaoke-Version des moldawischen Popsongs "Dragostea din Tei" auf der Website Newgrounds. Brolsmas ungelenke Choreographie brachte eine unfaßbare Welle Tausender weiterer Videointerpretationen des Stückes hervor, die zwischen Hommage und Häme schwankten und mittlerweile nach einer Textpassage aus dem Lied als "Numa Numa"-Phänomen bezeichnet werden. Noch immer ermittelt eine Google-Suche nach "Numa Numa" 37 Millionen Treffer – 11 Millionen mehr als etwa der Suchbegriff "Nude women".

Brolsma selbst zog sich nach Auftritten in großen US-Talkshows zunächst aus der Öffentlichkeit zurück, gab keine Interviews mehr und lehnte jede Fortsetzung seiner unerwarteten Videokarriere ab. Obwohl es älter als die Seite selbst ist, macht das "Numa Numa"-Phänomen das Prinzip von Youtube sehr deutlich: Die erfolgreichsten der sogenannten viralen Videos sind nicht einfach mehr oder weniger amüsante Karaoke-Versionen – sie liefern auch eine anschlußfähige Vorlage für weitere Interpretationen, die sich nicht mehr auf das Original, sondern auf die Parodie beziehen, für eine Karaoke der Karaoke also. Inzwischen hat Brolsma seinen Ruhm verkraftet: Seit Ende August tritt er in einem neuen Video namens "New Numa" auf, als Werbefigur für einen Hersteller kabelloser Kopfhörer. Das russische Stück, das er darin lippensynchron darbietet, wurde extra für ihn geschrieben.

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