Zune gegen iPod: Microsoft bläst zum Angriff auf Apple - DER SPIEGEL
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Zune gegen iPod Microsoft bläst zum Angriff auf Apple

Mit "Zune" will der Softwarerriese Microsoft den Siegeszug des iPods von Erzrivale Apple stoppen. Jetzt verriet das Unternehmen, worin der Clou des neuen Gerätes liegt: Mit "Zune" kann jeder Nutzer von unterwegs Musik, Videos und Bilder herunterladen und seine Dateien mit anderen teilen.
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Seattle - Die Herausforderung könnte kaum größer sein: Microsoft will seinem Konkurrenten Apple die Vormachtstellung auf dem digitalen Musikmarkt streitig machen. Das Unternehmen startet deshalb den direkten Angriff auf Apples iPod-Player und seine iTunes-Online-Angebote. Microsoft hat dazu den portablen MP-3-Player "Zune"entwickelt, der den iPod in verschiedener Hinsicht übertrumpfen soll. Wie und womit gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt.

Der Kern der Idee: Mit "Zune" können die Nutzer ihre Musik mit Freunden oder anderen teilen. Über eine drahtlose Verbindung könnten sie andere Leute, die in der Nähe seien, an ihren Lieblingssongs, Hitlisten oder Bilder teilhaben lassen. Denn die "Zune"-Geräte können miteinander verbunden werden. "Die Idee ist, dass Freunde und Bekannte ihre Musik oder Videos miteinander teilen, so dass es für jedermann funktioniert", sagte Microsoft-Entwickler und stellvertretender Unternehmes-Präsident J. Allard in einem Bericht der "Los Angeles Times".

Der "Zune" mit einer Speicherkapazität von 30 Gigabyte für Musik und Videos werde rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft in den USA auf den Markt kommen, allerdings noch nicht in Europa. "Wir werden klein anfangen und von dort aus wachsen", sagte Allard. Auch in Asien werde der von Toshiba hergestellte Player noch nicht zu kaufen sein.

Dem Bericht zufolge soll "Zune" in drei verschiedenen Designs zu haben sein, in schwarz, weiß oder braun, einen rund sieben Zentimeter hohen Bildschirm haben und außerdem ein eingebautes Radio - anders als der iPod. Mit dem MP3-Player von Microsoft können die Nutzer außerdem drahtlos Musik, Videos und andere Dateien von ihrem Computer herunterladen, an jedem beliebigen Ort. Auch das kann der iPod nicht.

"Zune" soll Künstler und Publikum einander näher bringen

Zusätzlich zu "Zune" werde Microsoft ein Internet-Geschäft mit dem Namen "Zune Marketplace" einrichten, wo Nutzer sich - so wie bei Apple - ihre Songs individuell zusammenstellen und gegen geringe Gebühr herunterladen können. "Mit 'Zune' bieten wir nicht nur einen einfachen transportablen Player an, wir bieten eine neue Plattform, die Künstlern dabei hilft, näher an ihr Publikum heranzukommen und Menschen hilft, neue Musik und neue soziale Kontakte zu entwickeln", sagte Allard.

Microsoft stellt sich mit dem "Zune" einer großen Herausforderung gegenüber Apple mit dem iPod und iTunes. Apple hält rund 70 Prozent des digitalen Musikmarktes. Beobachtern zufolge ist Microsoft auch mit dem neuen Angebot die Überlegenheit keineswegs sicher. Der Analyst Ted Schadler sagte, Microsdoft habe mit "Zune" ein starkes Produkt entwickelt, das in vieler Hinsicht mit dem iPod konkurrieren könne und darüberhinaus noch einige zusätzliche Fähigkeiten habe, wie etwa die drahtlose Verknüpfung. Dennoch, halte er es für fraglich, dass die Möglichkeit seine Musik mit anderen zu teilen, die Nutzer dazu bringen würde, vom iPod auf ein neues Produkt umzusteigen.

Allard dagegen zeigte sich optimistisch, sich gegen Apple behaupten zu können. "Es gibt Milliarden von Menschen auf dem Planeten Erde, die Musik hören, und Apple hat 50 Millionen Geräte verkauft." Der Markt befinde sich daher noch in einer sehr frühen Phase.

fok/AP/Reuters