USA: Donald Trump setzt bei Künstlicher Intelligenz auf Selbstregulierung der Techbranche - DER SPIEGEL
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Gefahren durch künstliche Intelligenz Trump setzt bei KI auf Selbstregulierung der Techbranche

Die Warnungen vor KI werden immer lauter, doch US-Präsident Donald Trump will von gesetzlichen Einschränkungen weiterhin nichts wissen. Mit Vertretern aus der Branche unterschrieb er jetzt eine »moralisch bindende« Vereinbarung.
Donald Trump und Mark Zuckerberg
Donald Trump und Mark Zuckerberg

Donald Trump und Mark Zuckerberg

Foto: Kevin Lamarque / REUTERS

US-Präsident Donald Trump lehnt gesetzliche Vorschriften für künstliche Intelligenz weiter ab – ungeachtet aller Sicherheitswarnungen aus der Techbranche. Stattdessen sollten sich die KI-Unternehmen freiwillig selbst regulieren, sagte Trump am Dienstag bei einem Treffen mit den Chefs der großen Techkonzerne. »Die Selbstregulierung ist sehr wichtig«, sagte Trump.

Es gebe in den USA eine »automatische Regulierung durch das Justizministerium« und die Bundespolizei FBI, so der US-Präsident. Seine Ablehnung für spezifische KI-Vorschriften begründete er erneut mit dem technologischen Vorsprung der USA vor China. »Wir führen, und das wollen wir beibehalten«, sagte er.

Bei dem Treffen unterzeichneten der US-Präsident und die Branchenvertreter zudem eine gemeinsame Vereinbarung. Trump bezeichnete das Dokument als »moralisch bindend« und als eine Art »Verfassung«. Zudem erwäge seine Regierung die Einrichtung eines Gremiums aus etwa zehn Personen, um die gesamte KI-Branche zu überwachen.

Vereinbarung für »robuste interne Kontrollen«

Die versammelten Konzernchefs lobte Trump als »die brillantesten Leute der Welt«. Neben dem US-Präsidenten saßen sein früherer Berater, der Tech-Milliardär Elon Musk, und der Vorsitzende des Chipkonzerns Nvidia, Jensen Huang. Zu den rund zwei Dutzend Branchenvertretern zählten zudem Mark Zuckerberg von Meta, Dario Amodei von Anthropic, Jeff Bezos von Amazon und OpenAI-Präsident Greg Brockman.

Nach Angaben des Facebook-Gründers Mark Zuckerberg wurden eine Reihe von Grundsätzen vereinbart, zu denen »robuste interne Kontrollen« gehörten. Dazu solle es externe Beobachter geben. Das entspricht einer Idee, die Amodei vor einigen Wochen vorstellte, und die unter anderem von seinem Konkurrenten Sam Altman beim ChatGPT-Entwickler OpenAI unterstützt wurde. Amodei sagte nach dem Treffen mit Trump, KI habe großes Potenzial – »aber auch sehr reale Risiken«. Maßnahmen, um diesen Risiken entgegenzuwirken, seien »noch in der Diskussion«.

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Zwischenfälle bekannt geworden, bei denen sich KI-Agenten selbstständig gemacht hatten und anders agierten als vorgesehen. So bestätigte etwa OpenAI einen Zeitungsbericht, wonach seine KI-Werkzeuge auf Internetseiten von US-Bundesbehörden zugegriffen hatten. Trotzdem nannte Trump KI-Skeptiker »Verschwörungstheoretiker« und »Verräter«.

Anthropic und OpenAI plädierten zuletzt für eine gedrosselte Entwicklung der Technologie. Wie die »Financial Times« am Dienstag berichtete, warnt Anthropic Investoren zudem vor möglicherweise »existenziellen Risiken für die Menschheit«.

KI-Agenten haben offenbar weit mehr gehackt, als bisher bekannt, von Zehntausenden Vorfällen ist die Rede. Branchenkritiker Gary Marcus sagt, was er von den Konzernen erwartet – und warum deren Geschäftsmodell nicht aufgehen könnte. Das ganze Interview lesen Sie hier .

fwu/AFP/Reuters/dpa