400 Prozent Zuwachs: Click-Boom bei TV-Websites - DER SPIEGEL
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400 Prozent Zuwachs Click-Boom bei TV-Websites

Die Mächtigen in den Chefetagen der TV-Sender begriffen es teils spät, aber dafür gründlich: Das Web wird immer wichtiger für das "alte Monitor-Medium". Inzwischen ziehen immer mehr TV-Websites immer mehr Surfer an.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Hitliste der deutschen Fernseh-Seiten werde von RTL.de angeführt, berichtet das Marktforschungsinstitut MMXI Europe. Von Oktober 1999 bis August 2000 habe diese Website ihre Besucherzahl von 204.000 auf rund 991.000 fast verfünffacht. Zu einem großen Teil sei dies auf die Formel-1-Saison zurückzuführen. Auf Platz zwei liege der Internetauftritt von Pro Sieben, der seit Oktober 1999 im Schnitt 350.000 Besucher pro Monat verbuche.

Die beiden deutschen Sender belegen damit in Europa den dritten und vierten Platz. Am beliebtesten seien britische TV-Websites. Das Angebot des Senders BBC führt nach der Untersuchung die Hitliste an und wird monatlich von mehr als einer Million Besucher nach aktuellen Meldungen, Sportereignissen und TV-Angeboten des Senders durchsucht. Zu den wachstumsstarken Angeboten gehöre auch die Seite des britischen Senders Channel 4. Beim Zweitplatzierten sei die Zahl im untersuchten Zeitraum um 390 Prozent auf 1,3 Millionen Nutzer gestiegen.

"Das Internet bietet zusätzlich zum Fernsehen Interaktivität", erklärt Arielle Dinard von MMXI Europe. "Die Menschen können aktiv teilhaben und sofort ein Feedback geben." Sie loggten sich ein, um Neuigkeiten über ihre Lieblingssendung zu erfahren, darüber zu diskutieren oder Ergebnisse - wie bei der TV-Show "Big Brother" - direkt zu beeinflussen. Chats, Foren und Gewinnspiele machten das Angebot an Informationen zum Fernsehprogramm noch attraktiver.

Quantitäts-Meister: die ARD (327 Websites)

Das haben die Verantwortlichen der Sender zwar spät, aber gründlich begriffen. Inzwischen ist Klotzen statt Kleckern angesagt - was den direkten Vergleich zwischen den Websites der Sendeanstalten erschwert. Die Großen leisten sich oftmals eine Vielzahl von Websites, teils zielgruppenspezifisch orientiert, teils auf bestimmte Sendungen zugeschnitten.

Absoluter Spitzenreiter in dieser Beziehung ist hier zu Lande die ARD, die auf 327 eigene Websites verweisen kann. Konkurrent ZDF leistet sich immerhin 60, Sat 1 bringt es auf 48, Pro Sieben auf 46 und RTL auf 40. Eine Zahl, die noch ins Kraut schießen könnte: So arbeiten derzeit alle größeren Sender am Ausbau ihrer Angebote.