Ab Dienstag eBay eröffnet Profi-Plattform
Die Zeiten, als eBay als Schnäppchenmarkt Legende wurde, auf dem Jedermann jeden Kokolores verhökern konnte, sind lang vorbei. Wer dort heute nach Malutensilien, Tischspringbrunnen oder Radkappen sucht, hat beste Chancen, zunächst einmal die Angebote professioneller Händler zu sehen zu bekommen. Die Zahl der "Power-Seller" und "eBay-Shops" geht in die Tausende und viel zu viele verkaufen nichts anderes, als der Ein-Euro-Markt in der Einkaufspassage oder der halb legale freundliche Händler auf dem sonntäglichen Trödelmarkt.
Ein Zustand, der für die Kunden von eBay aus mehreren Gründen nicht wirklich gut ist, und für die seriösen oder den Shops und Sellern auch nicht. Die Kunden wissen zwischen Profis und Privatverkäufen teils nicht klar genug zu unterscheiden, nehmen Gewährleistungspflichten gar nicht wahr oder werden darum betrogen. Die Händler wiederum sehen sich zu oft von Konkurrenten unterboten, die von den Erlösen ihrer Verkäufe nicht leben müssen. Für sie wäre eine Plattform manchmal besser, auf der sie ihre Waren zu fairen, aber festen Preisen anbieten könnten.
So argumentiert eBay und will mit "eBay Express" so die ureigensten Interessen von Kunden wie Verkäufern im Sinne haben. Die seit langem angekündigte Verkaufsplattform für Profis ist keine Auktionsort oder Trödelmarkt mehr, sondern eher das virtuelle Äquivalent zur häppchenweise untervermieteten Verkaufsfläche eines Kaufhauses.
Das ist in den Staaten längst eröffnet und soll - einem Bericht der "WirtschaftsWoche" zufolge - ab Dienstag auch in Deutschland seine Pforten öffnen. Rund 3500 Händler sollen ab Start dabei sein und etwa eine Million Artikel online anbieten. Auf der neuen Plattform können gewerbliche Händler fabrikneue Ware zum Festpreis anbieten.
Anders als bei herkömmlichen Online-Auktionen von privat zu privat garantiere Ebay auf seinem Express-Marktplatz, dass alle Käufer ihr Geld zurückbekommen, falls der Kauf platzt oder Probleme auftreten. Deshalb würden nur Händler akzeptiert, die ein eingetragenes Gewerbe nachweisen können und ihre Bonität überprüfen lassen.
Ganz nebenbei streckt eBay damit auch seine Marke. Das Auktionshaus hat zwar satte Umsätze, allerdings auch nur eine Einnahmequelle: Die Gebühren und Makler-Tantiemen aus dem Online-Auktionsgeschäft.
pat/dpa