Abgesurft: Varianten der Kommunikations-Verweigerung - DER SPIEGEL
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Abgesurft Varianten der Kommunikations-Verweigerung

Information wants to be free? Von wegen! Steve Jobs mauert, weil er die Apple-Fans gern auf die Folter spannt, Skandal-Moderator Howard Stern verpasst sich einen Maulkorb, weil er gern Erwartungen enttäuscht, und Rupert Murdoch zensiert das Web, weil er nicht will, dass dort was über seine Konkurrenz steht. Und so weiter.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Blogger an Murdoch: so nicht!

Von wegen Konkurrenz belebt das Geschäft. Wie der "Independent" berichtet, versucht Medien-Mogul Rupert Murdoch, massiv darauf Einfluss zu nehmen, worüber sich seine Kunden austauschen. So geschehen bei der Community-Website MySpace.com, die Murdochs' News Corp. im vergangenen Jahr samt 38 Millionen eingetragener Benutzer erwarb.

Laut "Independent" klagen Hunderte Myspace.com-Anwender darüber, dass Forenbeiträge und Blog-Einträge, in denen es um eine konkurrierende Video-Website ging, gelöscht bzw. zensiert wurden. Ein Blog, in dem sich User gegen die Zensur seitens der neuen Eigentümer formierten, wurde gelöscht. Die Begründung: Es habe sich nur um ein Missverständnis gehandelt. Die ganze Geschichte ist hier  nachzulesen.

Stern am Satelliten-Himmel

Howard Stern, Amerikas bekanntester Radio-Moderator, gab am Montag sein lang erwartetes Debüt auf dem Satelliten-Radiosender "Sirius Satellite Radio Inc.". Bekannt ist Howard Stern vor allem für seine drastische Ausdrucksweise, die er reichlich mit so genannten "F-Worten" garniert. Eben diese Eigenart sorgte immer wieder dafür, dass Stern Ärger mit selbst ernannten Sittenwächtern und Behörden bekam. In den USA ist der Gebrauch solch drastischer Sprache im öffentlichen Rundfunk untersagt.

Nach jahrelangen Querelen nahm Stern im vergangenen Jahr seinen Hut und verkündete, zukünftig nur noch über den Bezahlsender aus dem All, der ihm volle Redefreiheit gewährt, zu moderieren. Allein diese Ankündigung sorgte laut "New York Times"  dafür, dass sich der Kurs der Sirius-Aktien verdoppelte. Wer nun aber erwartete, der Radio-Star würde bei seiner ersten Satelliten-Sendung voll vom Leder ziehen, wurde enttäuscht. Statt sich in Vier-Buchstaben-Tiraden zu ergehen, pflegte der "Shock jock" einen vergleichsweise moderaten Ton. Tatsächlich soll er, so berichtet "CNET" , sogar einen Anrufer zurechtgewiesen haben, der allzu überschwänglich mit F-Worten um sich warf.

Steve Jobs' Hang zur Perfektion

Heute Abend, gut zwei Wochen nach den offiziellen Weihnachtsfeiertagen, ist endlich Bescherung - zumindest für Apple-Fans. Wie jedes Jahr zu dieser Zeit wird Apple-Boss Steve Jobs in Bluejeans und schwarzem Sweatshirt im kalifornischen San Francisco die Bühne betreten und die neusten Produkte aus Apples geheimen Entwicklungs-Labors präsentieren. Das Event folgt wie immer einem minutiös eingeübten Plan, an dem Jobs und seine Mitarbeiter bereits seit Monaten feilen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Wer schon immer wissen wollte, wie es dabei hinter den Kulissen zugeht, welchem Stress Apples Produktmanager dabei ausgesetzt sind und wie haarklein Steve Jobs die Choreografie vorgibt, sollte unbedingt lesen, was der ehemalige Apple-Manager Mike Evangelist dem britischen "Guardian"  über seine Erlebnisse bei den Vorbereitungen zu solchen Veranstaltungen diktiert hat.

Ein Scanner für Elise

Im Zeitalter der Digitalkameras braucht eigentlich kaum noch jemand einen Scanner. Zeit also, für eine Umschulung. Findige Tüftler haben im Betriebssystem bestimmter Scanner aus dem Hause HP den verborgenen Befehl "PLAY TUNE" gefunden, mit dessen Hilfe der Scanner zum Musikinstrument wird. Der spielt zwar nur monophon und über die Sound-Qualitäten kann man gewiss auch streiten, beachtenswert ist das Ergebnis aber allemal: Für Elise .

Männer sind von Google, Frauen von Yahoo!

Das Männer und Frauen auf die eine oder andere Weise unterschiedlich sind, ist keine Überraschung. Pew Internet & American Life haben untersucht, wie sich dieser Unterschied auf die Nutzung des Internet auswirkt, berichtet  webpronews.com. Das Ergebnis: während Frauen im Netz vor allem darauf aus sind, persönliche Beziehungen zu pflegen oder aufzubauen und sich in Gemeinschaften zu engagieren, sehen Männer das Web in erster Linie als Online-Erweiterung des Büros, als Nachschlagewerk und Spielplatz. Das Internet ist eben doch ein Spiegel der realen Welt.

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