Abgesurft: Windows, wir haben ein Problem! - DER SPIEGEL
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Abgesurft Windows, wir haben ein Problem!

Sie surfen drahtlos mit dem Laptop? Machen Sie besser das Fenster zu, da könnte was reinkommen. Mehr drauf packt stattdessen Seagate, und zwar auf Festplatten: Eine neue Technik soll mehr als 500 Gigabyte ermöglichen. Das und mehr im täglichen Kurznachrichten-Überblick.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Windows Wireless Problem

Millionen von Benutzern von Windows 2000 und XP dürften von einem neuen Sicherheitsloch betroffen sein, das der Sicherheitsexperte Mark "Simple Nomad" Loveless von den Vernier Threat Labs auf der Shmoocon-Convention vorstellte. Wie Newsfactor.com berichtet , seien besonders Laptops mit Funknetzwerk betroffen, die beim erfolglosen Versuch, sich in ein Netzwerk einzuwählen, die Türen für andere Rechner praktisch sperrangelweit offen lassen.

Microsoft verspricht, demnächst einen passenden Patch zu veröffentlichen. Derweil rät Loveless, seine Rechner so einzustellen, dass sie sich zu keinen ad hoc-Netzwerken verbinden - außerdem böte eine Firewall ausreichend Schutz gegen diese Gefahr.

Alte Idee, neuer Dreh

50 Jahre nach Einführung der ersten Festplatten drohte das Ende der Kapazitäts-Fahnenstange. Ab 500 Gigabyte pro Platte wäre so langsam Schluss gewesen. Wäre, wenn Plattenhersteller Seagate nicht eine tolle Idee gehabt hätte: Statt Festplatten horizontal zu lesen und beschreiben, arbeitet die neue Technik vertikal und holt so (theoretisch) bis zu fünf Mal so viel Daten aus der Platte wie bisher. Das funktioniert noch relativ langsam und ist auch noch ein wenig teurer als herkömmliche Festplatten. Laut John Donovan, Vizepräsident des Marktforschers TrendFocus   dürfte die aufrechte Herangehensweise allerdings der neue Dreh sein - andere Hersteller von Festplatten gingen denselben Weg. Und neben dem Zugewinn an Daten haben die neuen Festplatten noch einen weiteren Vorteil: Sie kommen mit weniger Komponenten aus, verbrauchen damit weniger Strom und sind leichter.

Zielgerecht werben mit Microsoft

Was Werber an der Welt der Netze fasziniert, ist die Möglichkeit zielgruppengerechter, gar "personalisierter" Werbung mit möglichst kleinen "Streuverlusten". Soll heißen: Die Mercedes-Anzeige soll nach Möglichkeit der zu sehen bekommen, der sich die Karosse auch leisten kann, die Anzeige für die neue Sido-Scheibe dagegen jemand, der seine Büttenreden gern aggressiv gerappt bekommt. Microsoft, auf dem Online-Anzeigenmarkt seit Jahren von Google und Yahoo auf die Plätze verwiesen, habe da was Neues in der Pipeline, berichtet die "Fairfax Digital Financial Review" : Der Softwareriese will anhand einer Analyse der Präferenzen bei der Web-Recherche erfassen, ob der jeweilige Suchende ein Männlein oder Weiblein sei. Wer etwa gezielt nach "Toyota Corolla" suche statt nach "Toyota" ganz allgemein, sei mit einiger Wahrscheinlichkeit eine Frau. Weniger neu als für die Werbewelt ist das wohl für die Jungs und Mädels bei Toyota.

Vorschlag zur GPL Version 3

Für die wichtigste Lizenz für freie Software, die GNU General Public License, ist nun nach 15 Jahren eine neue Version vorgeschlagen worden, berichtet Wired.com . GPL-Autor Richard Stallmann stellte den Vorschlag zur Version 3 im Rahmen einer Konferenz im Massachusettes Institute of Technology am Montag vor. Er reagiere damit auf die vielen "sehr furchtbaren Gefahren" für freie Software und ihre Entwickler. Neue Technologien und der Erfolg des Internets erforderten eine neue Lizenz. Der zentrale Mechanismus der GPL-Lizenz ist das sogenannte Copyleft, das modifizierte Versionen einer freien Software ebenso frei und offen macht. Damit wird verhindert, dass freie Software in geschlossener Software Anwendung findet - zum Beispiel in DRM-Techniken, die so etwas wie der natürliche Feind der Vertreter von freier Software sind. Genau so etwas hatte sich das Musikunternehmen Sony BMG mit seinem umstrittenen Kopierschutz XCP geleistet: Die DRM-Software enthielt Code aus dem Open-Source-Projekt Lame.

Telefon mit Werbepause

Eigentlich wünscht sich jeder, der über ein Bildschirmmedium Inhalte veröffentlicht, die Möglichkeit, Werbeunterbrechungen wie im Fernsehen einsetzen zu können. Das gilt für Web-Publisher - und für die fleißigen Handy-Vermarkter sowieso. Seit Jahren träumen die selig lächelnd den Alptraum aller Handy-Besitzer: Den Verbrauchern Werbung und am Ort relevante Sonderangebote in die Ohren quäken zu können. Was in anderen Medien nur "Spam" genannt würde, ist zum Glück auch per Handy nicht wirklich erlaubt und zudem - wie die Handy-Vermarkter verblüfft feststellen - auch vom Kunden nicht gewollt. Statt sie also unaufgefordert zuzufiepen, setzen erste Marketing-Firmen auf Unterbrecher-Werbung zwischen Menüs oder aufgerufenen Web-Seiten. Das, berichten "New York Times" und Cnet , hielten die Marketer für weniger aufdringlich und darum für Erfolg versprechend.

Tote sollen funken

...findet Gary Hargrove, Leichenbeschauer im Harrison County, Mississippi. Die so umstrittenen RFID-Chips, die sich auch unter die Haut injezieren lassen, böten gerade im Katrastrophenfall unwiderlegbare Vorteile. Im Chaos, das der Hurrikan "Katrina" vor Monaten an Amerikas Golfküste verursacht hatte, erwiesen sich die Chips als nützliche Helfer. "Über 300" der Opfer hat Hargrove mit RFID-Chips injeziert und den Körpern selbst so Informationen zu ihrer Identifikation mitgegeben, die nicht verloren gehen konnten. Sowohl für die Leichenbeschauer und Hilfskräfte als auch für die Angehörigen habe das so einiges erleichtert, erzählt er im Interview mit Cnet .

Zum Träumen

Die einen träumen von bunten Rhythmen und tanzenden Worten, die anderen vom höchsten Haus der Welt. Die einen gratulieren  Albert Hoffmann, dem Schweizer Erfinder von LSD zum 100. Geburtstag.  . Die anderen erfüllen sich den Traum von großen Häusern zumindest auf einer Website. Mr. Wongs größtes virtuelles Gebäude der Welt  ist nun leider geschlossen, neue Stockwerke können nicht mehr hinzugefügt werden. Trotzdem ist das 400-stöckige Gebäude mit 2000 Metern virtueller Höhe durchaus einen Besuch wert. Vielleicht kommt da ja jemand auf eine noch bessere Idee...

unter Mitarbeit von Frank Patalong

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