Abhör-Panne: Lauschangriff auf der Handyrechnung - DER SPIEGEL
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Abhör-Panne Lauschangriff auf der Handyrechnung

Peinlich, peinlich für Geheimdienste, BKA und den Telefonanbieter O2. Handynutzer, die von der Polizei abgehört wurden, konnten die Gesprächsgebühren dafür anschließend auf ihrer Handyrechnung nachlesen. Eine Computerpanne, sagt das Unternehmen.
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Frankfurt am Main - Die Verdächtigen, deren Telefon abgehört wurde, hatten nach dem einem Bericht der "Frankfurter Rundschau" Rechnungen erhalten, in denen abgehende Mailbox-Verbindungen zu der immer gleichen Festnetz-Rufnummer aufgeführt waren. Dabei handelte es sich um eine Nummer, über die die Sicherheitsbehörden belauschte Gespräche aufzeichneten. Der Sachverhalt sei leicht durchschaubar gewesen, weil die zusätzliche Verbindung für dieselbe Zeit in Rechnung gestellt worden sei, in der Gespräche auf dem üblichen Teil der Rechnung verbucht waren.

"Bei uns kam es zu einem technischen Fehler beim Einspielen einer neuen Software", sagte O2-Sprecher Frank Wienstroth in München. In der Testphase habe die Software noch einwandfrei funktioniert. "Es waren einige wenige Einzelfälle." Wie viel Geld die O2-Kunden für die Abhöraktion berappen sollten, sagte Wienstroth nicht. "Das fällt unter den Datenschutz." Die Kunden könnten sich im Falle von Beschwerden jedoch an das Unternehmen wenden.

Wie die "Rundschau" berichtet, hat auch das Bundeskriminalamt die Panne inzwischen eingestanden. Insgesamt gehe es um eine zweistellige Zahl von Rechnungen, erklärte eine BKA-Sprecherin. Bei einer einstelligen Zahl von Fällen habe das BKA selbst abhören lassen.

Das Problem sei bei Rechnungen für Septembertelefonate aufgetaucht, die im Oktober verschickt wurden, und inzwischen behoben, sagte die BKA-Sprecherin. Wie groß der Schaden für die Ermittlungen ist, wollte sie nicht sagen. Nach den gesetzlichen Regelungen dürfen Behörden nur unter strengen Auflagen bei Verdacht auf schwere Delikte wie Landesverrat, Geldfälschung, Mord oder Menschenraub Telefone abhören.

Betroffen sind laut dem Bericht sowohl Abhöraktionen der Polizei als auch der Geheimdienste. Dazu gab es vom BKA keine Auskunft. Die Rechnungen seien nur an Kunden von O2 verschickt worden und unter diesen nur an diejenigen, die ihre eigene Mailbox aktiviert hatten. Bei den Sicherheitsbehörden habe die Panne beträchtlichen Ärger und intensive Diskussionen ausgelöst.