Warnmeldungen bei GMX und Web.de United Internet entschärft Kampagne gegen Adblocker
Browser-Add-on zum Blocken von Werbung: Kampagne gegen Adblocker
Foto: Andrea Warnecke/ dpaUnited Internet nimmt ein wenig Schärfe aus seiner Online-Aktion gegen Adblocker im Internet. Der Konzern hat entsprechende Warnmeldungen auf den Websites der E-Mail-Anbieter GMX und Web.de mittlerweile umformuliert. Während es im ursprünglichen Hinweis am Bildschirmrand hieß "die Sicherheit ihres Rechners" werde durch ein Browser-Add-On eingeschränkt, lautet die Botschaft mittlerweile "die Sicherheit der Seite" werde eingeschränkt. Auf eine Anfrage des "Wall Street Journal" hin hat der Konzern mittlerweile auch den Absender der Warnbotschaft deutlich gemacht. GMX und Web.de werden der Meldung mittlerweile vorangestellt, die nun nicht mehr aussieht wie ein allgemein gültiger Hinweis.
Die Kritik an der Aktion war am Donnerstag laut geworden, nachdem United Internet damit begonnen hatte, auf den hauseigenen Mail-Portalen GMX und Web.de am oberen Bildschirmrand ein Warnfenster einzublenden. Der Hinweis taucht auf, sobald man die Seite mit einem aktivierten Browser-Plugin wie dem Werbeblocker Adblock Plus ansteuert. Neben der Meldung erscheint ein Button mit der Bezeichnung "Sicherheit wieder herstellen". Wer auf den Link klickt, landet auf der Seite Browsersicherheit.info . Betrieben wird die Website von 1&1 Mail & Media, ebenfalls ein Tochterkonzern von United Internet.
Auf dem Portal informiert der Konzern über so genannte Bad-Ons, also von Kriminellen eingesetzte Browser-Erweiterungen. Ein Sicherheitsexperte spricht in einem Interview-Auszug über die Virengefahr bei Add-Ons und warnt vor Phishing-Angriffen über Browser-Programme. Die Seitenbetreiber beschreiben auf der Seite, wie sich die Plugins entfernen lassen und listen einige Browser-Plugins auf. In der Tabelle werden willkürlich Schadsoftware-Add-Ons mit gängigen Werbeblockern vermischt. Die Liste ist beschriftet mit "seitenmanipulierende Add-Ons".
Die 1&1 Internet AG wehrt sich gegen die Vorwürfe, mit den Hinweisen eine Angstkampagne gegen Adblocker gestartet zu haben. Ein Sprecher des Unternehmens sagte gegenüber "Heise" : "Ich finde, die Unterstellung, wir würden täuschen, geht zu weit." Die Warnmeldungen verstehe man als Beitrag für mehr Sicherheit im Netz.