NSA-Zentrale: Regierungsbehörde mit exklusiver .gov-Domain
Foto: Jim Lo Scalzo / dpaDie Website der National Security Agency verbirgt sich hinter der Adresse nsa.gov, wie es sich für eine US-Behörde gehört. Die Vergabe der .gov-Endung ist streng reglementiert, nur Regierungsstellen kommen an so eine Top-Level-Domain, zum Beispiel die Steuerbehörde, der Bundesstaat Kalifornien oder New York City.
Hinter der sehr ähnlichen Adresse nsa.org verbirgt sich allerdings nicht der Geheimdienst, sondern ein 40-jähriger IT-Berater mit Hacker-Vergangenheit. Chris Fisher hat sich die Domain 1995 gesichert - aus Spaß, und um rivalisierende Hacker hereinzulegen, wie er "Mashable" sagte . Jetzt will er die NSA-Affäre nutzen, um ein bisschen Geld zu verdienen: Fisher verkauft E-Mail-Adressen.
Für einmalig 100 Dollar, rund 75 Euro, bekommt man eine Adresse @nsa.org , zwei Gigabyte Speicherplatz und eine dazugehörige Sub-Domain. Mit den Einnahmen will Fisher nicht nur die Seite am Laufen halten, sondern auch sein Leben in Oregon finanzieren - er nimmt nach eigenen Angaben gerade eine Auszeit. Eine Warnung hat er allerdings: Die bekannte Adresse provoziere DDoS-Attacken, man müsse also mit Auszeiten rechnen.
Nicht weniger nerdig, aber um die Hälfte günstiger ist eine E-Mail-Adresse mit der Endung goatse.cx . Auf der Seite prangte Mitte der neunziger Jahre ein Schockfoto - ein weit aufgerissener Anus, der zur Internet-Berühmtheit wurde. Kaum jemand, der sich um die Jahrtausendwende in halbseidenen Foren herumtrieb, wurde nicht mit einem falsch deklarierten Link in die Goatse-Falle gelockt .
Die Weihnachtsinsel, von der die Top-Level-Domain .cx verwaltet wird, sorgte 2004 allerdings für das Ende der Seite. Im vergangenen Jahr ging der neue, anonyme Besitzer der Adresse mit seinem Angebot an die Öffentlichkeit : Er hatte die Seite für rund 8000 Euro von einer Firma gekauft, die verwaiste Domains anbietet. Für 50 Dollar bietet er nun E-Mail-Weiterleitungen unter goatse.cx an.
Was man bei solchen Angeboten bedenken sollte: Der Administrator eines solchen Angebots hat immer Zugriff auf die E-Mails. Das wissen natürlich auch Behörden. Wer auf Nummer sicher gehen will, muss seine E-Mails also verschlüsseln. Fisher weist darauf selbst hin: Auf nsa.org ist ein Elefant zu sehen: "Ich höre alles und vergesse nichts. Ich bin dein neuer Freund."