Angespielt Grand Theft Auto - Chinatown Wars
Als notorischer Nörgler hat man es leicht. Da kann man mäkeln, weil es doch gerade ein neues "GTA" für die großen Konsolen gab - für eine große Konsole, um präzise zu sein: Das Add-On "The Lost and Damned" erschien nur für die Xbox 360. Man kann meckern, weil die letzten Versuche, ein "GTA" auf einen Handheld zu übertragen, eher mittelmäßig waren. Und man kann nölen, weil jetzt auch noch Rockstar Games für Nintendos DS entwickeln.
Da ist ja außer Nintendo-Spielen bisher wenig Qualitatives bei herausgekommen. Wie soll man denn bitte die lebendige Welt, das offene Sandkastenspiel-Prinzip des großen "GTA" in ein Hosentaschenformat übersetzen?
Mit anderen Worten: "GTA" für den DS? Das kann nichts sein.
Ist es aber doch. "Chinatown Wars" übersetzt das Spielgefühl perfekt für eine Unterwegskonsole. Es verzichtet auf die bei "GTA" übliche Geschichte, bietet keine Charakterstudien wie beim Auswanderer Niko Bellic oder dem Biker Johnny Klebitz. Die Geschichte läuft im Comic-Format ab.
Kurz und knackig: Der Chinese Huang ist eher Spielfigur als Charakter, "Chinatown Wars" ist weniger interaktive Geschichte als vielmehr Spiel. Und zwar ein Spiel, das mehr Ideen hat als sein großer Bruder. Auch weil es die Möglichkeiten des Nintendo DS pfiffig ausnutzt. Autos können nicht mehr einfach nur geklaut werden.
Man knackt sie, indem man auf dem Touchscreen Codes eingibt, Drähte kurzschließt oder mit einem Schraubenzieher arbeitet. Bei Verfolgungsjagden gehen Motoren aus und müssen wieder in Gang gebracht werden. Immer wieder passiert etwas, was Spieler grinsen und weitermachen lässt. Kurz: "Grand Theft Auto: Chinatown Wars" ist das einzige Spiel auf dem DS, das in Größe und Ideenreichtum den großen Nintendo-Titeln das Wasser reichen kann.
"Grand Theft Auto: Chinatown Wars" von Rockstar Games, für Nintendo DS , ca. 40 Euro; USK: Ab 18 Jahren
Weiter zu: Empire - Total War