Angespielt Just Cause
Der Spaß kommt nicht unbedingt von allein. Darauf muss man sich bei "Just Cause" gefasst machen, auch wenn man zuerst einmal mitten rein geworfen wird - aus einem Flugzeug - kaum wissend, wie der Fallschirm aufgeht und gleich mitten in einer Schießerei steht. Und man erleichtert merkt, dass sich die Schwierigkeiten in Grenzen halten, weil Rico Rodriguez, der hier gesteuert wird, eine Menge aushält. Später wird das dann etwas absurd, weil es zwei Raketen auf Rodriguez braucht, um ein "Game Over" hervorzurufen, während die Gegner schon nach einer Kugel umfallen. Rodriguez kann auf Hubschraubern reiten und mit seinem Gleitschirm von Autos ziehen lassen, nahezu senkrechte Hänge hochlaufen und mit Autos und Motorrädern unbeschaden in Schluchten stürzen - Bond meets Superman.
Aber gerade wegen dieses Durchhaltevermögens braucht die Revolution Männer wie Rodriguez. Denn eine Revolution anzustiften ist der Job, den er in dem Inselstaat San Esperito zu erledigen ist. Natürlich im Auftrag eines nicht näher genannten Geheimdienstes, bei dem aber alles darauf hindeutet, dass er für einen großen nordamerikanischen Staat arbeitet.
Groß ist San Esperito, über 1000 Quadratkilometer, die frei befahrbar sind. Was einen erstmal eine unglaubliche Weite spüren lässt, einem ungeahnte Möglichkeiten offeriert die man aber auch nutzen muss. Die eigentlichen Missionen sind relativ schnell durchgespielt, machen aber in ihrer Mischung aus James-Bond-Action und Fidel-Castro-Atmosphäre großen Spaß. Explodierende Kraftwerke, abgebrannte Kokafelder
oder gesunkene Schiffe sind das Ergebnis dieser Bemühungen, grandios übertrieben inszeniert vor karibischer Kulisse, die vor allem auf der Xbox 360 wunderschön aussieht. Popcorngaming ist das, albern und großartig zugleich.
Leider wird das von mühsamen und auf Dauer etwas eintönigen Nebenmissionen begleitet, in denen nach immer gleichem Schema Dörfer und Städte befreit werden müssen. Toll wiederum der vom höchsten Berg der Inseln betrachtete Sonnenaufgang. Wer den gesehen hat weiß: "Just Cause" will einfach erforscht werden - da hilft es, dass der Held so ein stabiler Bursche ist.
"Just Cause" von Eidos, für Xbox 360 , Xbox , Playstation 2 , PC ab 30 Euro; USK: Freigegeben ab 16 Jahren
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