Angespielt: Marc Ecko's Getting Up: Contents under Pressure - DER SPIEGEL
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Angespielt Marc Ecko's Getting Up: Contents under Pressure

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Folgt man der Argumentation der australischen Zensurbehörde OLFC, dann ist "Getting Up" ein schlimmes Spiel. Die hat nämlich den Verkauf in Australien verboten. Nicht, weil es sich durch heftige Gewaltdarstellung auszeichnet - was es übrigens auch tut - sondern weil es zu einem viel verwerflicheren Verbrechen anleitet: Graffiti-Sprühen. Weil es, so die OLFC, "Tipps zum Graffiti-Sprühen gibt", weil es "Belohnungen für das Besprühen von öffentlichen Gebäuden" gibt, und weil als Bonusmaterial "interaktive Biographien von 56 echten Graffiti-Künstlern enthält.

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Getting Up: Graffiti-Könige

Detailliert mit ihren Tags, Stilen und Informationen zu ihrer Laufbahn." Besonders schlimm: "All diese Künstler haben ihre Karriere damit begonnen, illegale Graffiti zu malen, manche machen das heute noch." Das sind Dinge, die man auch in einem Sachbuch über Graffiti-Kultur findet. Weshalb man nicht auf die Idee kommen würde, diese zu verbieten. Ein Sachbuch ist "Getting Up" nicht. Aber ein Denkmal, das der ehemalige Sprayer und heutige Modedesigner Marc Ecko seinen Helden setzt. Weil er möchte, dass Graffiti als das verstanden werden, was sie seiner Meinung nach sind: Kunst. Ob er dieses Ziel erreicht, ist fraglich, denn als Geschichtseinheit in einer wichtigen Untergrundkultur taugt das Spiel nur bedingt - trotz der deutlich spürbaren Liebe Eckos zu seinem Thema und dem Willen, seine Herkunft und seine Kultur zu vermitteln. Letztlich wird man mehr der Geschichte des Spiels folgen. Die ist nämlich auch ohne theoretischen Überbau spannend. Auch wenn einen die etwas hakelige Steuerung öfter mal fast in den Wahnsinn treiben wird. Weshalb sich spätestens beim ersten Versuch eine fahrende U-Bahn zu bemalen, die fingerfertigen von den unbeholfenen Spielern trennen werden.

Für fingerfertige Spieler und Grafitti-Historiker


"Marc Ecko's Getting Up: Contents under Pressure" von Atari, für PC, Playstation 2  und Xbox , ca. 50 Euro; USK: Freigegeben ab 16 Jahren
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