Angespielt Wipeout Pure
Mitte der neunziger Jahre war "Wipeout" das Spiel zur Zeit, zum Techno. Futuristische Raumgleiter lieferten sich Hochgeschwindigkeitsrennen, die in fortgeschrittenen Ligen unmenschliche Reaktionen erforderten. Der Soundtrack bestand aus elektronischen Beats und die grafische Gestaltung wurde vom damals angesagtesten Designstudio überwacht: "Designers Republic", die auch für das Kultlabel Warp die Plattencover machten. "Wipeout" war neu, schnell und aufregend - wie Techno.
Wipeout Pure: Techno und Geschwindigkeit
Und ging mit den Fortsetzungen den gleichen Weg wie die Musik. Zuerst immer perfekter werdend, um dann den Fokus zu verlieren. Mit der Playstation 2-Version "Wipeout Fusion" war der Tiefpunkt erreicht. Verzweifelt versuchte das Spiel, sich einem Publikum anzupassen, das nicht mehr vorhanden war. Die Magie der frühen Jahre war verloren. Nachdem jetzt aber im Techno die Nostalgiewelle rollt, der Acid House der frühen Jahre neu entdeckt wird, hat sich die Reihe mit "Wipeout Pure" für Sony PSP auf seine Wurzeln besonnen - und ist damit mehr als nur ein optisch auf Hochglanz gebrachter Aufguss der ersten Teile. Denn es erzählt viel über seine Herkunft. Und damit über eine Zeit, in der ein ähnlich naiver Fortschrittsglaube herrschte wie in den sechziger Jahren. Musik wurde von Maschinen gemacht, Ecstasy sorgte für zwischenmenschliche Wärme und was zählte war Geschwindigkeit. Und so wie Acid House heute noch mitreißt und eine bessere Welt verspricht, macht das auch "Wipeout Pure".Da ist man sofort drin im Rausch der Geschwindigkeit, fühlt sich aufgekratzt, bereit die Welt zu erobern - bis man in der dritten Rennklasse angelangt ist. Und feststellt, dass man älter geworden ist und die Reflexe einfach nicht mehr ausreichen.
Für Techno-Nostalgiker und Reaktionswunder.
"Wipeout Pure" von Sony, für Sony PSP, ca. 50 Euro, USK: ab 6 Jahren; www.wipeoutpure.com