Anonymous-Hacker Sabu kann auf kurze Haftstrafe hoffen
Aktivist mit Anonymous-Maske (Archivbild): Milde Strafe für Sabu erwartet
Foto: Milos Bicanski/ Getty ImagesWegen umfangreicher Kooperation mit der US-Bundespolizei FBI soll der Anonymous-Sympathisant Sabu mit einer deutlich verringerten Haftstrafe davonkommen. Für die von Sabu mutmaßlich begangenen Straftaten hätte der Hacker in den USA zu einer Freiheitsstrafe von 21 bis 26 Jahren verurteilt werden können, heißt es in einer Stellungnahme des New Yorker Staatsanwalts Preet Bharara .
Der Angeklagte mit dem bürgerlichen Namen Hector Xavier Monsegur habe sich jedoch als "extrem wertvoll und als produktiver Kooperator" erwiesen. Daher soll er nach dem Willen der Staatsanwaltschaft nur noch sieben Monate lang hinter Gitter. Das Verfahren gegen Monsegur beginnt an diesem Dienstag.
Monsegur alias Sabu war bei den Hacker-Gruppen Anonymous und LulzSec aktiv, die 2011 bei Sony im großen Stil Kundendaten gestohlen haben sollen. Nach seiner Festnahme wurde Sabu zum Informanten des FBI und gab den Strafermittlern Hinweise auf mindestens 300 Cyber-Angriffe, bei denen Institutionen wie die Nasa, aber auch Firmen wie PayPal oder die Bank of America attackiert wurden.
Mehrere Hacker durch Hinweise enttarnt
Sabu soll nach seiner Festnahme auch beim Schließen von Sicherheitslücken geholfen haben, etwa auf den Websites des Rundfunksenders PBS und des US-Senats. Durch Hinweise von ihm sollen mehrere Hacker enttarnt worden sein, die an Aktionen von Anonymous und LulzSec beteiligt waren. So soll auch die Festnahme von Jeremy Hammond auf Hinweise von Sabu zurückzuführen sein.
Jeremy Hammond gehörte zu LulzSec und war 2011 an einem Einbruch in die Server des US-amerikanischen Informationsdienstleisters Stratfor beteiligt. Die dort gestohlenen Dokumente wurden auf der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht. Hammond wurde wegen der Angriffe im November zu zehn Jahren Haft verurteilt.