Anstößige Videos Iran blockiert YouTube
Wer von einem Internetcafé in Teheran aus versucht, sich ein YouTube-Video anzusehen, wird laut der Nachrichtenagentur AP mit folgender Mitteilung beschieden: "Aufgrund der Gesetze der Islamischen Republik Iran ist der Zugriff auf diese Webseite nicht gestattet." Die gleiche dürre Notiz bekommen auch Netz-Nutzer zu sehen, die Webseiten mit pornografischen Inhalten ansurfen wollen und solche, die sich für die Seiten von Oppositionsbewegungen interessieren.
Reporter ohne Grenzen warnt schon seit längerem vor dem Zensur-Eifer der Mullahs im Iran. Im Laufe des letzten Jahres habe die Zahl der Seiten mit der "nicht gestattet"-Mitteilung deutlich zugenommen. Zensur sei im Iran "die Regel, nicht die Ausnahme", so die Organisation. Wie lang genau YouTube jedoch auf der schwarzen Liste der verbotenen Webseiten steht, ist unklar. Reporter ohne Grenzen berichtet, das Angebot sei schon seit fünf Tagen blockiert.
YouTube dürfte nicht nur aufgrund für iranische Verhältnisse freizügiger oder einfach zu poppiger Musikvideos und anderer Filme ins Visier der Zensoren geraten sein. Auch iranische Oppositionsgruppen hatten die Videoplattform, auf die jeder Nutzer eigene Filme hochladen kann, für sich entdeckt.
Reporter ohne Grenzen mahnt, Iran entwickle sich in seinen Kontrollbemühungen im Netz in Richtung China. Schon im Oktober hatte die Organisation das Land als einen der 13 schlimmsten Internet-Zensoren der Welt gebrandmarkt. Erst kürzlich hatte die Regierung Breitbandverbindungen verboten - weil die Video-Inhalte zugänglich machen.