AOL: Spammen kann teuer werden - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

AOL Spammen kann teuer werden

Vielleicht könnte es ein Schritt zu weniger Spam-Belästigung sein. Der größte Internetprovider der Welt bekommt Schadenersatz von einem Erotik-Anbieter, der seine Mitglieder mit Spam beschickt hatte.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Vielleicht hat ja auch Boris Becker, AOL-Werber, ein ums andere Mal Post von Netvision erhalten und umgehend in die elektronische Mülltonne verschoben. Er wäre nur einer von Millionen AOL-Mitgliedern, die die unerwünschten Mails aus Florida mit den Hinweisen auf "Adult Sites" in der Postbox hatten. Für den Schaden, den AOL durch die Spammerei entstanden ist, muss der Erotik-Anbieter aus Florida nun zahlen. Zehn Dollar pro Mail verlangte AOL zu Beginn des Prozesses vor einem Jahr - wie hoch der Schadenersatz wirklich ist, wurde nicht bekannt. AOL sprach von einer "beträchtlichen Zahlung". Der Provider hatte Netvision vorgeworfen, eigene Web-Manager angestellt zu haben, die die unaufgeforderten Mails in der AOL-Gemeinde verteilt hätten.

Ermutigung für andere Provider

Damit soll nun Schluss sein, wurde der unterlegenen Netvision in dem Zivilprozess aufgetragen. Netvision gab sich kleinlaut: "Die Angelegenheit ist erledigt", so deren Anwalt. Der Internet-Provider hingegen zeigte sich zufrieden. Ein Sprecher sprach von einem bahnbrechenden Prozess gegen "diejenigen, die von illegaler Werbung profitieren". Der Netzriese hofft, dass dieses Urteil auch andere Anbieter ermutigt, gegen Spammer vorzugehen. Auch AOL kämpft weiter in dem Kampf gegen die ungewollte Datenflut. Es ist nicht der einzige Prozess, den der Netzriese zurzeit gegen Spammer führt.

Das Problem ist damit noch nicht aus der Welt, doch vielleicht macht sich unter den aggressiven Werbern nun mehr Vorsicht breit. Unaufgeforderte Mails - oft eine Belästigung für Provider und Empfänger - könnten weniger werden, wenn das Urteil Signalwirkung auf dreiste Spammer hat.