App Ditty: Aus Kurznachrichten wird Musik - DER SPIEGEL
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App Ditty: Der singende Telegrammbote

App Ditty Sing meine SMS

Mit Ditty lassen sich Kurznachrichten mit individuellem Soundtrack verschicken. Der Text wird dabei vorgesungen - und die Musikbegleitung kann man sich selbst aussuchen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Textnachrichten schreiben und versenden, die der Empfänger nur lesen kann? Langweilig. Origineller ist es doch, wenn die Botschaft in einem kleinen Videoclip verpackt, mit Musik unterlegt und vorgesungen wird.

Was schräg klingt, ist das Erfolgsrezept einer App namens Ditty (Englisch für "Liedchen, Geträller"). Das Anfang 2015 erschienene Programm, ein sogenannter Text-to-Autotune-Generator für Android  und iOS , verwandelt Kurznachrichten in Musikclips - und die Umwandlung von Text in Gesang ist ganz einfach.

Ditty/Zya Music

Zu Beginn erscheint ein Fenster, in das der Text eingegeben werden muss. Nach 60 Zeichen ist Schluss, aber für eine Einladung, einen Witz oder eine Portion Weltschmerz reicht das allemal.

Dann muss noch der passende Musiktitel ausgewählt werden. In einer Übersicht gibts 20 Titel zur Auswahl. Sechs sind gratis, die anderen werden zu einem Preis zwischen 1,04 und 1,08 Euro zum Kauf angeboten.

Ein größeres Titelsortiment findet der Nutzer auf der nach Musikrichtungen geordneten Auswahlseite. Allerdings sind hier mit Ausnahme der Klassik-Sektion fast alle Titel kostenpflichtig. Sind Text und Musikstück ausgewählt, berechnet die App das Stück und spielt den produzierten 15-Sekunden-Clip ab.

Zur Musik singt eine Computerstimme die Nachricht vor, ähnlich wie bei den Vorleseprogrammen, die Texte in gesprochene Sprache umwandeln. Zur Illustration werden knallbunt animierte Gifs eingeblendet, die den Text der Nachricht zeigen - praktisch für alle, die die gesungene Nachricht nicht verstehen.

Deutsch geht nicht - oder es wird schräg

Da liegt dann für deutschsprachige Nutzer auch das einzige wirkliche Manko. Die App und damit die Computerstimmen können kein Deutsch. Wer will, kann natürlich trotzdem einen deutschen Text eingeben, aber der wird dann mit amerikanischer Aussprache vorgetragen.

Damit lassen sich aber auch wirklich schräge Clips produzieren: "Mein Hut, der hat drei Ecken" mit starkem US-Akzent von einer Opernstimme zu Klängen von Beethovens fünfter Symphonie vorgetragen, das bekommt man nicht alle Tage zu hören.

Wem die vorgegebenen Animationen nicht gefallen, kann anstelle ihrer auch ein animiertes Gif oder einen Videoclip seiner Wahl verwenden. Der allerdings muss auf dem Mobilgerät gespeichert sein.

Ditty/Zya Music

Damit der fertige Clip seinen Adressaten erreicht, bietet Ditty zahlreiche Möglichkeiten, vom E-Mail-Versand über Dropbox bis zu sozialen Netzwerken. Die Datei, die der Nutzer auch auf seinem Gerät speichern kann, wird dabei im MP4-Format angelegt.

Je nach Gelegenheit kann mit Ditty der Partner mit einer intimen Botschaft beglückt oder der Facebook-Freundeskreis mit Statusneuigkeiten versorgt werden. Praktisch: Die Empfänger müssen Ditty nicht installiert haben, die MP4-Dateien können so gut wie überall abgespielt werden.

Hinter Ditty steckt das Musik-Start-up Zya, das 2011 vom einstigen Musikproduzenten und Ex-Virgin-Records-Chef Matt Serletic mitgegründet wurde . Ditty lässt sich auch innerhalb des Facebook-Messengers nutzen.