App-Tipps von re:publica-Besuchern - DER SPIEGEL
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Lieblings-Apps: Was re:publica-Besucher auf dem Smartphone haben

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re:publica-Besucher und ihre Apps "Auf meinem iPhone sind 539 Programme"

Tweeten, chatten, fotografieren: Auf der Berliner Netzkonferenz re:publica sind Smartphones und Tablets im Dauerbetrieb. Fünf Teilnehmer und Referenten erzählen, welche Apps sie auf ihren Geräten installiert haben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wenn weniger als die Hälfte der Leute aufs Smartphone starrt, rockt dann der Vortrag ? Viele Sprüche über die re:publica sind übertrieben, haben aber einen wahren Kern. Natürlich ist die Netzkonferenz ein Ort für Begegnungen, fürs Biertrinken und Projektplanen; eine Chance zum persönlichen Austausch über Nerd- und Netzkultur. Doch gleichzeitig wird wohl an kaum einem Ort mehr am Smartphone gefummelt - nicht nur, wenn gerade David Hasselhoff die Bühne betritt.

Sucht man bei Twitter oder Facebook nach #rp14, finden sich so viele Zitate und Witzeleien, dass man glauben könnte, in den sozialen Netzwerken passiere viel mehr als auf der Konferenz selbst. Der typische re:publica-Besucher jedenfalls lässt die Welt gern an seinen Erlebnissen teilhaben.

Doch wie nutzt das Publikum eigentlich im Alltag seine Mobilgeräte? Welche Apps sind angesagt, welche nehmen nur Speicherplatz weg? Und ist in Berlin eigentlich jeder mit dem neuesten Smartphone unterwegs? Fünf Konferenzteilnehmer erzählen.

Hat über 500 Apps installiert: Ralf und sein iPhone

Hat über 500 Apps installiert: Ralf und sein iPhone

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Ralf (38), Diplom-Pädagoge, hält einen Vortrag über Sketchnotes:

"Auf dem iPhone habe ich momentan 539 Apps installiert. Klingt viel, aber ich sortiere tatsächlich regelmäßig aus und was drauf ist, nutze ich auch gelegentlich. Damit ich nicht den Überblick verliere, ordne ich die Apps thematisch, nach Kategorien wie 'Fotografie', 'Fingerpainting' und 'Mobilität'.

Spiele lade ich fast nie runter, viel lieber Foto-Software. Meine Lieblingsprogramme heißen Camera+  und Tadaa . An letzterer App schätze ich vor allem die Möglichkeit, im Bild Elemente zu maskieren. Ein Geheimtipp ist vielleicht Lieferungen : Mit dieser App kann man Postsendungen verfolgen und das gleich von mehreren Unternehmen.

Die kurioseste App, die ich installiert habe, ist Cycloramic , eine Software, die hilft, Panorama-Aufnahmen zu machen. Man stellt das Telefon aufrecht hin und dann dreht es sich durch den Vibrationsalarm um 360 Grad. Und ja: Das geht wirklich, ohne dass es umfällt."

Studentin aus Berlin: Lisa mit Android-Smartphone und -Tablet

Studentin aus Berlin: Lisa mit Android-Smartphone und -Tablet

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Lisa (19), studiert Sozial-und Kulturanthropologie:

"Zuerst kommen auf meinen Startbildschirmen die sozialen Netzwerke, dann folgen ein paar Spiele und nützliche Apps wie eine To-do-Liste und ein Übersetzer. Wichtig sind für mich vor allem Twitter, YouTube und die Videochat-App Hangouts. Ich telefoniere mittlerweile nur noch selten, auch SMS schreibe ich weniger als früher. Mein Smartphone nutze ich unterwegs, das Tablet in der Uni.

In der Freizeit nutze ich manchmal c:geo , diese App ersetzt beim Geocachen das GPS-Gerät. Spiele spiele ich auch, am liebsten Klassiker wie "Angry Birds", "Bubble Shooter" und "Tetris". Empfehlenswert ist außerdem "Dumb Ways to Die ", ein Spiel, in dem man Männchen vor dem Sterben rettet. Dann habe ich auf dem Smartphone noch so etwas wie die Ikea-App und einige Sport-Apps, etwa für Sit-ups. Die nutze ich aber nicht wirklich."

Wischi (23), studiert Mechatronik und arbeitet in einem Hackerspace:

Technikinteressiert: Wischi mit seinen zwei Smartphones und seinem Notebook

Technikinteressiert: Wischi mit seinen zwei Smartphones und seinem Notebook

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"Ich habe zwei Smartphones: eins mit iOS und eins mit Android, einfach um beide Betriebssysteme auszuprobieren. Auf dem iPhone habe ich bestimmt 140 Apps installiert, ich lösche kaum was. Manche der Programme habe ich noch nie ausprobiert, etwa Navigations-Apps. Regelmäßig nutze ich vielleicht 10 bis 20 Apps.

Meine Lieblings-App ist Google Now : Sie erinnert zum Beispiel an Termine und meldet mir dann 'Hey, du solltest 17 Minuten vorher losgehen'. Weil Datenschutz schon wichtig ist, chatte ich mit einigen Freunden verschlüsselt per Threema. De-Facto-Standard sind aber WhatsApp und der Facebook-Messenger - es braucht zum Kommunizieren ja immer zwei Menschen.

Obwohl mich gehypte Spiele-Apps wie "Quizduell " oft enttäuschen, kann ich "Carcassone " empfehlen: Diese Brettspielumsetzung finde ich gut, weil man gegen andere Menschen antreten kann und das Spiel zugbasiert abläuft, man es also zeitversetzt spielen kann. Manche Partie zieht sich da schon mal über Tage."

Henning (32), programmiert Websites und Spiele:

Ihm reicht ein älteres Smartphone: Henning mit seinem Android-Gerät

Ihm reicht ein älteres Smartphone: Henning mit seinem Android-Gerät

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"Ich brauche mein Smartphone vor allem zum Telefonieren, deshalb bin ich mit einem älteren Gerät zufrieden. Und auch das habe ich nur gekauft, weil irgendwann mein Siemens C28 kaputt ging. Da ich keinen Datentarif habe, ist sowas wie WhatsApp nichts für mich - ist kein W-Lan-Netzwerk in der Nähe, schicke ich noch immer SMS an meine Freunde. Im Prinzip bin ich auch ganz froh, dass Facebook, Google und Co. nicht allzu viele Daten von mir haben.

Für eine App habe ich noch nie Geld ausgegeben. Wenn ich mal eine runterlade, dann gern Spiele. Ich mag zum Beispiel "Cut the Rope " - das macht süchtig. Manchmal verwende ich auch Soundhound , eine Software, die Musikstücke erkennt. Empfehlen kann ich noch den SID Player (Android-Version , iOS-Version ), mit dem sich SID-Dateien abspielen lassen, Musik vom C64. Da gibt es online tausende Titel, die brauchen auch kaum Speicherplatz."

Maria (29), Politikwissenschaftlerin, hält einen Vortrag über "junge Hacker":

Lädt selten Apps runter: Maria und ihr Android-Smartphone

Lädt selten Apps runter: Maria und ihr Android-Smartphone

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"Ich bin alles andere als ein App-Jünger. Auf meinem Android-Smartphone findet sich vor allem das Vorinstallierte. Das heißt: viele Programme, die ich nie ansehe und die mich auch nicht interessieren. Runtergeladen habe ich bislang nur wenige Apps, etwa die von Das Erste  und eine Foto-App, mit der man Kaleidoskope über Fotos legen kann.

Bei vielen Apps stören mich die Bedingungen, denen ich beim Installieren zustimmen müsste. Da fühle ich mich geknebelt und lasse es lieber. 'Die App ist so gut, dafür nehme ich in Kauf, dass sie mein ganzes Telefonbuch erfasst', habe ich mir jedenfalls noch nie gedacht.

Aktuell würde ich mir wünschen, dass die Windows-Phone-App Kleiderfrosch  für Android erscheint, die bei der Veranstaltung "Jugend hackt"  entstanden ist. Sie zeigt keine Temperatur an, sondern verrät, welche Kleidung zum aktuellen Wetter passt."

SPIEGEL ONLINE ist Kooperationspartner der re:publica. Die Veranstaltungen auf der Hauptbühne finden Sie bei uns im Livestream.