Applaus fürs Amt Behörde outet 0190-Betrüger
Neben Spammern gehören die Betreiber so genannter Dialer-Dienste zu den absoluten Parias der Internet-Welt: Zu viele von ihnen locken ihre Kunden in die Kostenfalle, ohne diese vorab klar darüber in Kenntnis zu setzen, dass sich gleich der Minutentakt von 0,5 Cent auf 700 Euro beschleunigt. Wer je versucht hat, bei der Telekom gegen solche Rechnungen vorzugehen, weiß, dass damit zumindest Ärger satt gesichert ist. Das beginnt schon bei dem Versuch herauszufinden, wer da eigentlich "abgefischt" hat.
Sagen könnte das grundsätzlich die Regulierungsstelle für Telekommunikation und Post, zu deren Aufgaben qua Gesetz "die Wahrung der Interessen der Nutzer auf dem Gebiet der Telekommunikation" gehört - und die Zugang zu den Namens- und Adressdetails der 0190/0900-Betreiber hat.
Nicht alle von denen sind Mafiosi: In der riesigen Herde gibt es einige weiße Schafe. So sind beispielsweise die beliebten Einwahlnummern für Internet-by-Call-Dienste oftmals 0190er-Nummern.
Die also mitunter auch in der Praxis vorkommende legitime Nutzung war Grund genug für den Gesetzgeber, ein effektives Gesetz gegen den 0190er-Missbrauch lange Zeit verschlafen zu haben. Erst im Juni war zumindest schon einmal eine Begrenzung des Minutensatzes auf "nur noch" zwei Euro beschlossen worden.
Derweil schafft die Regulierungsbehörde schon einmal Erleichterung: Mit zwei dezidierten Suchdiensten im Internet, über die sich die Betreibernamen und -adressen binnen weniger Sekunden recherchieren lassen.
Endlich also sollen die geschädigten Kunden leichter "ihre Rechte nach der Telekommunikations-
Kundenschutzverordnung (TKV) durchzusetzen" können, wie es bei der RegTP heißt. Mit den so schnell gefundenen Nummern lässt sich dann bei den Telekommunikationsunternehmen Druck machen.
"Nach Paragraph 13a TKV", ist einer aktuellen Mitteilung der RegTP zu entnehmen, "sind die Netzbetreiber verpflichtet, unverzüglich geeignete Maßnahmen zur zukünftigen Unterbindung von Rechtsverstößen bei einer missbräuchlichen Nutzung einer (0)190er Rufnummer zu ergreifen. Da Endanbieter mit ihren (0)190er Rufnummern vielfach den Netzbetreiber wechseln, war bisher die Suche nach dem aktuellen Netzbetreiber sehr aufwendig."
Das warf in der Vergangenheit nicht selten ein extrem schlechtes Licht auch auf die Telekommunikationsunternehmen, denn schließlich treten sie gegenüber dem geschädigten Kunden als "Kassierer" auf: "Im Service (0)190 stellen die Telekommunikationsanbieter nicht nur die Netzinfrastruktur zur Herstellung von Telekommunikationsverbindungen bereit, sondern sie übernehmen zusätzlich das Inkasso für Dienstleistungen, die über die Anwahl dieser Nummern abgerufen werden können."
Die 0190-Suchmaschine ging bereits am 21. Juli ans Netz, die 0900er sollte "bald folgen". Das muss nun so reibungslos funktioniert haben, dass sich die RegTP selbst überraschte: Bisher liegt noch nicht einmal eine Pressemitteilung darüber vor, doch auch der 0900er-Dienst steht funktionsfähig im Netz.