Mac-Malware Flashback Urheber des Apple-Trojaners in Russland enttarnt
Verteilung des Flashback-Trojaners laut Unternehmen Dr. Web: USA an der Spitze
Foto: Dr. WEBHamburg - Lange Zeit konnten Apple-Fans Windows-Nutzer mit dem Hinweis auf die Palme bringen, wie sicher ihr bevorzugtes Betriebssystem vor Schadsoftware aller Art sei. Mit dem Massenerfolg der Produkte aus Cupertino sind diese Zeiten vorbei. Spätestens, seit im April 2012 bis zu 670.000 Macs vom Flashback-Trojaner befallen wurden und seither die Reihe der Malware-Attacken nicht abreißt, ist das offenkundig. Nun wurde nach über einem Jahr der Urheber der Flashback-Attacke offenbar enttarnt.
Die Identität des mutmaßlichen Cyber-Gauners gelang dem IT-Sicherheitsexperten Brian Krebs, der den Täter als Maxim S. identifizierte, einen 30-jährigen Russen aus der mordwinischen Hauptstadt Saransk . Was der Conficker-Wurm für Windows bedeutete, stellte Flashback für die Apple-Welt dar, so der Experte. Krebs zitiert Broderick Ian Aquilino vom IT-Sicherheitsunternehmen F-Secure: "Flashback ist nicht nur das am weitesten fortgeschrittene, sondern auch das erfolgreichste OS-X-Schadprogramm, das wir je gesehen haben." Das Unternehmen Dr. Web zeichnete damals eine Karte , die zeigte: Am weitesten verbreitet war Flashback in den USA.
Das wird durch den Sicherheitsexperten Sergej Golowanow vom russischen IT-Sicherheitsdienstleister Kaspersky bestätigt, der erst am Mittwoch via Twitter mitteilte, dass noch immer knapp 40.000 Macs mit der Flashback-Malware infiziert seien . Der Zweck des Schadprogramms bestand darin, Google-Anfragen zu Drittanbietern von Werbung umzuleiten und den Urheber des Trojaners reich zu machen. Die "IB Times" erwähnt Schätzungen, denen zufolge der Flashback-Autor mit dieser "schwarzen Suchmaschinen-Optimierung" jeden Tag bis zu 8000 Euro einnahm .
Mac-Nutzer fingen sich das Schadprogramm durch eine gefälschte Aufforderung zur Installation der neuesten Version des Flash-Players ein. Das verhalf dem Trojaner zu seinem Namen. Krebs berichtet, wie er nach mühevoller und detaillierte Suche über Netz-Spitznamen, E-Mail-Accounts und Skype-Konten schließlich den Urheber hinter Flashback in einem Chatroom ausfindig gemacht habe. S. habe sich nicht nur selbst als Flashback-Autor gerühmt, er sei überdies in denselben Foren anzutreffen, in denen die "Top-Spammer der Welt" unterwegs seien.