Ashley Madison Hacker veröffentlichen zweiten großen Datensatz
Website AshleyMadison.com: "Hey Noel, Du kannst jetzt zugeben, dass es echt ist"
Foto: CHRIS WATTIE/ REUTERSDer Hack des Seitensprungportals Ashley Madison sorgt für Aufsehen. Nachdem Unbekannte zunächst Millionen Nutzerzugänge entblößt hatten, wurde nun ein zweites großes Datenpaket veröffentlicht.
Die aktuellen Informationen seien offenbar ebenfalls echt, erklärte das IT-Sicherheitsunternehmen TrustedSec in einem Blog-Eintrag. Es enthalte offenbar alle geschäftlichen E-Mails von Portal-Chef Noel Biderman sowie den Quellcode für alle Internetseiten, mobile Anwendungen und andere Informationen über Ashley Madison.
Das neue Paket ist offenbar 20 Gigabyte groß und damit doppelt so umfangreich wie die am Dienstag veröffentlichten Daten. Auch dieses Mal wurden die Daten im sogenannten Darknet, einem Netz anonymer Untergrundseiten, veröffentlicht, das nicht leicht zugänglich ist.
Das neue Datenpaket war mit einer Botschaft an den Portal-Chef Biderman versehen, der die Echtheit des zuerst veröffentlichten Datenpakets angezweifelt hatte. "Hey Noel, Du kannst jetzt zugeben, dass es echt ist", hieß es darin.
Experten warnen vor weiterem Schaden
TrustedSec hob hervor, dass die neue Veröffentlichung schwer wiegende Sicherheitsrisiken für Ashley Madison und dessen Betreiberfirma Avid Life berge. "Mit dem komplett vorliegenden Quellcode sind andere Hackergruppen jetzt in der Lage, neue Schlupflöcher in den Webseiten von Avid Life zu finden und noch mehr Schaden anzurichten", heißt es im Blog der Sicherheitsfirma.
Am Dienstag hatte eine Hackergruppe, die sich Impact Team nennt, die Daten von rund 32 Millionen Nutzern des Seitensprungportals ins Darknet gestellt. Die Gruppe hatte die Daten bereits vor mindestens einem Monat gestohlen und mit ihrer Veröffentlichung gedroht, sollte das "Betrüger"-Portal nicht "umgehend und dauerhaft" geschlossen werden.
Experten für Internetsicherheit stuften die veröffentlichten Daten, darunter Nutzernamen, Passwörter, die letzten vier Kreditkartennummern, Straßennamen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern, als echt ein. Auch rund 15.000 Nutzer mit amerikanischen Regierungs- oder Militäradressen sollen betroffen sein.
Allerdings werden E-Mail-Adressen, mit denen sich Nutzer bei Ashley Madison , nicht verifiziert. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte, das Pentagon prüfe, ob Armeeangehörige in dem Portal aktiv gewesen seien.