Beckergate: Alle gegen Boris - DER SPIEGEL
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Beckergate Alle gegen Boris

Boris Becker, ehemaliger Tennisstar, immer noch Mr "ich-bin-drin" und Ex-Internetunternehmer ("Sportgate") wird von seinen ehemaligen Partnern verklagt: Angeblich versäumte es der Medienliebling, eineinhalb Millionen Euro Zeche für seine Business-Versuche zu bezahlen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Boris Becker, einst gefeierter Star des deutschen Sports, macht seit Monaten eher selten positive Schlagzeilen. Demnächst wird man womöglich wieder Gerichts-Berichte über Becker lesen können - und gemeint ist nicht das anhängige Steuerverfahren. Denn nicht nur der Fiskus, auch seine alten Geschäftspartner fragen mit anwaltlicher Unterstützung nach, wo ausstehende Millionenzahlungen bleiben.

Eineinhalb Millionen Euro hat Becker offenbar schriftlich als Anschub-Investment für die E-Business-Totgeburt "Sportgate" zugesichert. Zu deren Gründung hatten sich neben Becker auch gestandene New-Economy- und Medien-Experten wie Pixelpark-Gründer Paulus Neef und Ex-RTL-Chef Helmut Thoma hinreißen lassen - mitten in der beginnenden Dotcom-Krise. Das Projekt floppte und musste nach zehn Monaten Konkurs , bevor es recht in Gang gekommen war.

Hauptaktionär und PR-Aushängeschild war Boris Becker. Dem, berichtete die "Bild am Sonntag", drohen nun gleich zwei (zusätzliche) Klagen: Ex-Partner Paulus Neef hat bereits Klage beim Landgericht München I eingereicht. Tätig werden will heute angeblich auch Hartwig Albers, Konkursverwalter von Sportgate. Auch er will Becker auf einen Schadensersatz von 1,5 Millionen Euro verklagen.

Becker gerät damit zusätzlich unter Druck: Dass erst im Februar die "New Food Company", an der er mit 500.000 Euro beteiligt war, Insolvenz beantragen musste, wird er wohl unter "Peanuts" verbuchen. Denn wahrscheinlich schon Mitte August muss er sich in seinem Steuerprozess verantworten. Neben einer Geldstrafe respektive Steuernachzahlung in zweistelliger Millionenhöhe droht AOLs Mr. "Ich-bin-Drin" im schlimmsten Fall sogar eine Haftstrafe.