Ben's Game: Kinder gegen Krebs - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Ben's Game Kinder gegen Krebs

Ben ist neun Jahre alt, seit vier Jahren Krebspatient - und Spieleautor. Mit Hilfe von Lucasarts setzte er eine Spieleidee um, die anderen Kindern Mut machen soll. Thema des Spieles: Der Kampf gegen den Krebs.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ben ist sicherlich ein cooles Kid, sein virtuelles Alter Ego ist es jedenfalls. Auf Surfbrettern verschiedener Form und Farbe zappt er durch die Körperwelt, bewaffnet mit Armbrust, Laserschwert oder anderen Waffen, und macht diesem Vampir den Garaus. Der heißt Krebs und sitzt mitten in den Blutzellen.

Um an ihn heran zu kommen, muss Ben auch von denen welche zerstören, um den Weg frei zu machen. Zu allem Überfluss wird Ben von diversen bösen Gestalten attackiert, die für Nebenwirkungen von Krankheit wie Therapie stehen: Haarausfall, Blutungen, Erbrechen sind virulente Gefahren, aber auch die für andere Kinder relativ harmlosen Windpocken.

Das alles ist ein wilder Ritt und zugleich ist ein steter Ballanceakt, denn ständig muss Ben darauf achten, dass er seine Werte immer im Lot hält: Gesundheitspunkte aus dem Krankenhaus, Munition aus der Apotheke und Mut, den er Zuhause sammelt. Ist doch klar: Wer kämpfen will, muss fit sein.

Schon das erste Level beschreibt die Grundidee des Spiels, das Experte Ben mit Hilfe der Make-a-Wish-Stiftung und Lucasarts umsetzen konnte. Ben ist neun Jahre jung und ein erfahrener Krebsbekämpfer. Seine Chancen, sagen die Ärzte, stehen gut. Die Umsetzung des Spiels war für ihn die Erfüllung eines Traums, soll aber auch seine zahlreichen Leidensgenossen ermutigen: Gerade aus den zahllosen Frustrationen, wenn es scheinbar nicht weiter geht im Level, sollen sie etwas lernen. Außerdem, hofft Ben, lenke das Spiel auch ab und mache Spaß.

Die US-Stiftung Make-a-Wish erfüllt schwer kranken Kindern seit 1980 besondere Wünsche. Im aktuellen Fall ließ sich George Lucas Spieleschmiede Lucasarts von der Idee begeistern, dem begeisterten Spieler Ben die Produktion eines eigenen Spieles zu ermöglichen. Mit Hilfe des Game-Programmierers Eric Johnston produzierte Lucasarts binnen sieben Monaten ein professionelles Spiel, das jetzt in seiner Betaversion zum kostenlosen Download  bereitsteht.

Den Spielern hat Ben eine Widmung hinein geschrieben, einen einzigen Satz nur: "Take it one day at a time".

Frank Patalong

Mehr lesen über