Bertelsmann: Rückzug aus dem Internet? - DER SPIEGEL
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Bertelsmann Rückzug aus dem Internet?

Wenige Wochen nach dem Abgang von Vorstandschef Thomas Middelhoff wird zunehmend die neue strategische Ausrichtung des Bertelsmann-Konzerns sichtbar.
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So plant die für das Endkundengeschäft zuständige DirectGroup einen zügigen Rückzug in ihr Stammgeschäft mit den Buchclubs. Die DirectGroup müsse sich darauf konzentrieren, "so schnell wie möglich zu Profitabilität in ihrem Kerngeschäft und Stamm-Märkten zurückzukehren", kündigte der neue DirectGroup-Chef Ewald Walgenbach intern an.

Gemeint ist damit offenbar vor allem eine fast vollständige Aufgabe des Internet-Geschäfts, einst das Lieblingskind Middelhoffs. Erstes Opfer wäre die Internet-Tauschbörse Napster, die voraussichtlich nach der Entscheidung eines US-Konkursgerichtes am Dienstag an den Medienkonzern fällt. Inzwischen gilt als wahrscheinlich, dass Bertelsmann trotz Investitionen von über 100 Millionen Dollar Napster kappen wird. Das Thema gilt in Gütersloh als hoch sensibel, da sich Vorstand und Aufsichtsrat noch nicht offiziell mit der Zukunft des Internet-Geschäfts befasst haben.

Nervosität herrscht indes auch bei den Mitarbeitern der Tochterfirma BOL, seitdem sich in der Gütersloher Firmenzentrale Verkaufsgerüchte um den Online-Buchhändler immer mehr verdichten. Bei der DirectGroup heißt es, man nehme zu Marktgerüchten keine Stellung. Zumindest dürfte BOL mit einem Verkauf weniger Probleme machen als Pixelpark: Bertelsmann sucht seit Monaten erfolglos einen Käufer für den defizitären Internet-Dienstleister.