Betatest Napster nahezu online
Die ehemals kostenlose und von Millionen Internetnutzern besuchte Musiktauschbörse Napster geht mit einer Testversion ihres neuen Angebots wieder online. Von Donnerstag an könnten rund 20.000 Testpersonen den neuen Service ausprobieren, teilte Napster mit. Sie seien per Zufallsprinzip aus mehr als zwei Millionen Nutzern ausgewählt worden, die Interesse an der so genannten Beta-Version von Napster angemeldet hätten.
Über diese noch kostenlose Testversion würden allerdings keine Songs von Künstlern der großen Musikkonzerne angeboten, da hierfür noch die Lizenzen fehlten.
Die ursprüngliche Tauschbörse ging im vergangenen Sommer vom Netz, nachdem die Musikindustrie vor Gericht gegen das Angebot vorgegangen war. Auch die deutsche Bertelsmann AG hatte Napster über ihre Musiktochter BMG zunächst verklagt, ihr dann aber Kredite gewährt, um den Dienst in einen kostenpflichtigen Abonnements-Service umzuwandeln.
Bertelsmann will sich offenkundig nach Klärung aller schwebenden Verfahren an Napster beteiligen. Die angeblich noch immer eigenständige - und damit auch allein haftbare - Firma Napster wird durch den ehemaligen Bertelsmann-Manager Konrad Hilbers geleitet.
Napster-Chef Hilbers sagte, er rechne in Kürze mit Lizenzvereinbarungen mit einigen oder auch allen großen Musikkonzernen. Damit rechneten jedoch auch schon seine Vorgänger seit Anfang letzten Jahres.
Diese Lizenzen seien die größte Hürde für einen Neustart von Napster. Ohne sie, also ohne die Musik von Stars der großen Musikkonzerne, werde Napster sein Abonnements-Angebot für dann fünf bis zehn Dollar monatlich nicht in der Öffentlichkeit starten.
Er rechne mit einem Start "gegen Ende des ersten Quartals" dieses Jahres, sagte Hilbers. Doch auch der Neustart wie die Testphase von Napster waren bereits wiederholt verschoben worden.
Bei der Testversion sind den Angaben zufolge rund 100.000 Dateien im Angebot - mit Musik von kleinen, unabhängigen Platten-Unternehmen, die sich zur Zusammenarbeit mit Napster bereit erklärt haben. Die Dateien werden in zwei verschiedenen Formaten angeboten: dem bekannten MP3-Format und dem neuen .nap-Format. Nach den Worten von Napster-Gründer Shawn Fanning verfügt das .nap-Format über Eigenschaften, die verhindern, dass die heruntergeladenen Dateien auf CDs gebrannt werden können.