Bezahlmodell: taz.de führt eigenen Spendenbutton ein - DER SPIEGEL
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"taz": Spendenbutton fürs Netz

Bezahlmodell taz.de führt eigenen Spendenbutton ein

"Taz-zahl-ich" heißt das Modell, mit dem die linke Tageszeitung aus Berlin künftig online ein bisschen zusätzliches Geld verdienen will. Mit einem Klick soll man der "taz" einen Obolus zukommen lassen können.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Wer will, kann der "tageszeitung" aus Berlin schon lange Geld für ihre Website schenken. 2005 fragte die Onlineredaktion zum ersten Mal, was dem Leser denn die Internetausgabe der "taz" wert sei. Und seit einiger Zeit ist im Web-Angebot der Genossenschaftszeitung auch ein Flattr-Button integriert, mit dem Nutzer dieses Spendendienstes der Redaktion per Klick einen kleinen Beitrag zukommen lassen können.

Nun aber will die "taz" das Bezahlen im Netz stärker in den Vordergrund rücken - wenn auch nicht so, wie manche Verleger sich das derzeit vorstellen. Bezahlschranken, die den freien Zugang zu Artikeln verhindern, werde es bei der "taz" auch weiterhin nicht geben, sagt Matthias Urbach, Leiter von taz.de: "Damit bleibt taz.de in gewisser Weise weiter gratis. Doch an die Stelle der 'Gratis-Kultur' setzen wir eine 'Kultur der Fairness'."

In jede Seite mit einem Artikel wird ab Samstag ein "taz-zahl-ich"-Button integriert. Wer darauf klickt, dem wird die Möglichkeit angeboten, mit diversen Zahlungsmöglichkeiten eine Spende abzusetzen, per Überweisung, Lastschrift, Kreditkarte, PayPal oder Handyzahlung. Der Flattr-Knopf bleibt weiterhin erhalten.

Wer allerdings spenden will, wird nicht darum herumkommen, jedes Mal etwas in ein Webformular einzugeben - sei es die Kreditkartennummer oder die eigenen Kontodaten. Genau diese Hürde sollte Flattr eigentlich beseitigen, aber mit dem Erfolg, den der Spendenbutton gebracht hat, ist man bei der "taz" noch nicht so recht zufrieden. Immerhin: Insgesamt kommen Urbach zufolge derzeit etwa 1700 Euro pro Monat an freiwilligen Zahlungen für taz.de zusammen.

Im Jahr 2010 habe taz.de zudem etwa 250.000 Euro an Anzeigenerlösen eingebracht, verrät Urbach, doch das reiche selbstverständlich nicht, um die Kosten zu decken. Der eigene Bezahlbutton soll "ein zweites Standbein" schaffen, um die Refinanzierung der Onlineausgabe zu sichern. Die erreiche heute mit 1,2 Millionen Lesern im Monat schon mehr als die Printausgabe.

cis

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