Bilder aus Rechenzentren: Googles Schatzkammern
Datenzentren Hier rechnet Google
Der demokratische Abgeordnete Jared Polis lag da nicht ganz richtig. Ein Kartellverfahren gegen Google sei unsinnig, schrieb Polis in einem Brief an den Vorsitzenden der US-Aufsichtsbehörde Federal Trade Commission. Er begründete seine Haltung unter anderem mit diesem Satz: "Wenn ich einen besseren Suchalgorithmus entwickeln würde, könnte ich in meiner Garage einen Server aufstellen und global mit Google konkurrieren." Das aber stimmt schon lange nicht mehr: Googles Dienste basieren nicht nur auf Software, sondern auch auf einer gewaltigen globalen Infrastruktur. Die ist dafür verantwortlich, dass der Konzern, eigenen Angaben zufolge, beispielsweise drei Milliarden Suchanfragen pro Tag beantworten kann. Da würde ein Server in der Garage kaum reichen.
Auf diese Infrastruktur greifen fast alle Internetnutzer zumindest hin und wieder zurück. In 13 Datenzentren rund um den Globus lässt Google rund um die Uhr Hunderttausende Server laufen, die nicht nur die Anfragen an die Suchmaschine bearbeiten, sondern auch die zahlreichen anderen Google-Dienste von YouTube über Gmail bis zum Social Network Google+ beherbergen. Die genaue Zahl der Server gibt Google nicht bekannt.
Kühlung mit Meerwasser
Schon seit längerem bewirbt Google offensiv sein Bekenntnis zum Energiesparen und zu erneuerbaren Energien. Nun aber gewährt der Konzern erstmals einen kleinen Einblick in einige der 13 Datenzentren. Die Bilder in der Fotostrecke stammen von Google selbst , sie wurden im Auftrag des Unternehmens gemacht und werden zu PR-Zwecken verbreitet. Einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, lohnt trotzdem - immerhin hat vermutlich jeder Leser dieses Textes diese Server schon einmal benutzt. Und besuchen kann man diese Anlagen in der Regel nicht: Google lässt dort nur hinein, wer auch wirklich dort arbeitet, der Zugang wird streng kontrolliert.
Die Rechenzentren des Suchmaschinenriesen verbrauchen eine Menge Strom: Zahlen von 2011 zufolge zogen die Zentren schon damals weltweit kontinuierlich 260 Millionen Watt Leistung aus dem Netz - das würde reichen, um 200.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Google legt Wert darauf, dass dieser gewaltige Energieverbrauch auf möglichst ökologische Weise organisiert wird: Wo möglich, würden die Zentren beispielsweise auf natürlichem Wege gekühlt, etwa durch das eiskalte Meerwasser, das durch die Kühlungsrohre der Anlage im finnischen Hamina geleitet wird.
Googles eigenen Angaben zufolge verbrauchen diese Zentren, die Hunderte von Millionen Dollar kosten, weniger Energie als andere Serverparks. Etwa deshalb, weil die Server besonders energiesparend konstruiert wurden. Der Konzern kauft für den Betrieb seiner Infrastruktur eigens zusätzlichen Strom aus erneuerbaren Energiequellen ein und investiert zum Ausgleich für die 67 Prozent, die noch immer aus anderen, nicht erneuerbaren Quellen stammen, in Projekte zum CO2-Ausgleich. Tatsächlich gab es für diese Bemühungen im Jahr 2012 sogar Lob von Greenpeace: "Googles Investitionen in saubere Energie heben das Unternehmen vom übrigen Feld ab", heißt es im "Cool IT"-Bericht der Umweltschutzaktivisten.
Mittelfristig ist die Investition in energiesparende Technologie und erneuerbare Energiequellen natürlich auch wirtschaftlich motiviert: Googles eigenen Angaben zufolge hat das Unternehmen allein durch die Energiesparmaßnahmen bereits jetzt insgesamt über eine Milliarde Dollar eingespart.