Billig-Tickets der Bahn eBay prüft Verkaufsverbot
Der Tickethandel bei eBay ist vielen ein Dorn im Auge. Konzertveranstalter klagen über professionelle Kartenjäger, die Tickets reihenweise aufkaufen und dann mit beachtlichem Profit weiter verscherbeln. Auch das Organisationskomitee der WM 2006 hat so seine Nöte mit der Auktionsplattform. Obwohl man den Weiterverkauf von Eintrittskarten ausdrücklich untersagt hat und diese obendrein personengebunden sind, tauchten wenige Tage nach der Auslosung die ersten Angebote bei eBay auf. Das Auktionshaus weigerte sich, die Auktionen zu stoppen, und verärgerte so sogar Franz Beckenbauer.
Ähnliches droht nun eventuell auch der Deutschen Bahn. Ab morgen will sie Blanko-Tickets beim Lebensmittelhändler Lidl anbieten. Die Fahrscheine können für jede beliebige Strecke innerhalb Deutschlands verwendet werden. Der Käufer muss nur Name, Strecke und Datum der Reise eintragen. Ein Heftchen aus zwei Fahrkarten kostet 49,90 Euro. Nach Angaben der Bahn rechnet sich das Angebot bereits ab einer Strecke von etwa 160 Kilometern.
Jeder Kunde darf maximal fünf Tickethefte kaufen. Wie viel Tickethefte insgesamt in den Handel kommen, wollte die Bahn nicht mitteilen. Der Konzern hat den Weiterverkauf der Tickets untersagt und das Auktionshaus eBay dabei um Unterstützung gebeten. "Die Bahn ist an uns herangetreten", bestätigte eBay-Sprecherin Maike Fuest gegenüber SPIEGEL ONLINE. Es gebe aber, anders als berichtet, noch keine Entscheidung dazu. "Unsere Juristen prüfen das gerade." Der Handel mit Tickets ist bei eBay grundsätzlich erlaubt. Fuest erklärte, man wolle möglichst noch am heutigen Mittwoch entscheiden, ob man den Verkauf verbieten werde.