Bimmel-Protest Philippinische Regierung verbietet Klingelton
Hat sie oder hat sie nicht? Letztlich ist das nicht die Frage: Nichts klebt so sehr wie ein Gerücht. Auf den Philippinen wird gerade eines per Klingelton gestreut. 17 Sekunden lang hört man da der Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo bei der Planung eines angeblichen Wahlbetrugs zu. Der Klingelton gehört dort längst zu den populärsten überhaupt, obwohl man ihn nur noch per Internet-Download bekommen kann.
Denn längst ist die kleine Datei verboten. Die Justizbehörden haben bereits klargestellt, dass sie in der Angelegenheit keinen Spaß verstehen: Wer sich den Klingelton aus dem Internet herunterlädt oder ihn bei Straßenverkäufern oder Oppositionsaktivisten auf CD kaufe, mache sich strafbar, zitierte die Zeitung "Philippine Daily Inquirer" Justizminister Raul Gonzales am Donnerstag.
Die Aufnahme sei illegal entstanden und manipuliert. Die Behörden untersagten den Medien, die Aufnahme oder Teile davon auszustrahlen.
Aus der Opposition wurden unterdessen Rufe nach einem Rücktritt Arroyos laut. Bei dem Klingelton spricht eine Stimme, die der Arroyos ähnelt, mit einem angeblichen Wahlbeamten darüber, wie ein Vorsprung von einer Million Stimmen gegenüber Arroyos engstem Rivalen bei der Wahl vom Mai 2004 sichergestellt werden könnte. Die Gerüchte über angebliche Manipulationen sind im Umlauf, seit Arroyo für viele wider Erwarten im Amt bestätigt worden war.
Es ist das erste Mal, dass ein Klingelton mit Erfolg als "Medienträger" für eine politische Botschaft benutzt wird.