Biometrie: CCC warnt vor Daten-Speicherung - DER SPIEGEL
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Biometrie CCC warnt vor Daten-Speicherung

Die Aufnahme biometrischer Merkmale wie Fingerabdrücke oder gar DNS-Daten in Personalausweise haben sich Polizeibehörden in ganz Europa auf den Wunschzettel geschrieben. Der Chaos Computer Club warnt vor dem Missbrauch.
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Der Chaos Computer Club (CCC) versteht sich selbst als Organisation, die Sicherheitslücken und Gefahren durch moderne Informationstechnologie aufdeckt. Jetzt warnt Deutschlands bekanntester Hackerclub davor, biometrische Merkmale wie Fingerabdrücke oder Analysen einer Speichelprobe aller EU-Bürger in einer zentralen Datenbank zu speichern.

Club-Sprecher Andy Müller-Maguhn: "Das Missbrauchspotenzial steht nach Ansicht des CCC in keinem Verhältnis zum möglichen Zugewinn bei der Verbrechensbekämpfung." Die Fortschritte in der Verbrechensbekämpfung ließen sich auch mit einem "technisch deutlich weniger Demokratie gefährdenden System" realisieren.

Anfang November hatte sich der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) für die Einrichtung einer EU-weiten Fingerabdruck-Datenbank ausgesprochen. "Die anstehende Aufnahme biometrischer Daten in Ausweise über das Lichtbild hinaus macht nur Sinn, wenn diese zentral gespeichert werden und bei Kontrollen vor Ort jederzeit abrufbar sind", sagte der stellvertretende BDK-Vorsitzende Holger Bernsee. Für den BDK sei der Fingerabdruck als biometrisches Erfassungsmerkmal in Personaldokumenten dabei völlig ausreichend.

Der Polizei dürfe nicht unterstellt werden, die Daten missbräuchlich oder unkontrolliert zu verwenden. "Abgesehen davon, dass die bundesdeutsche Polizei seit Bestehen der Bundesrepublik das tut, was ihr der Gesetzgeber vorgibt, und nicht, was ihr mehr oder weniger böswillig unterstellt wird, ist es gar nicht nötig, eine solche Datei bei der Polizei zu führen. Dies kann auch an anderer Stelle geschehen", erklärte der BDK.

Der CCC hingegen betonte, seine Forschungen zur praktischen Sicherheit von biometrischen Systemen hätten gezeigt, dass es grundsätzliche Probleme bei einem möglichen verpflichtenden Einsatz von Biometrie gebe. Selbst bei biometrischen Erkennungsgeräten der Oberklasse könnten nur Erkennungsraten von 99,9 Prozent garantiert werden. "Bei extrem hohen Kosten hat dann also jeder Tausendste kontrollierte Bürger unverschuldete Probleme bei der Ausweiskontrolle. Bei rund 80 Millionen Deutschen wären das immerhin schon 80.000 unbescholtene Bürger mit unverschuldetem Ärger bei Ausweiskontrollen."

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