Britische Behörde untersucht Facebooks Psycho-Experiment - DER SPIEGEL
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Spiel mit Gefühlen Britische Behörde untersucht Facebooks Psycho-Experiment

Neben dem Ärger mit erbosten Mitgliedern bekommt es Facebook nun auch mit Datenschutzbehörden zu tun. Sie kündigten Untersuchungen und Befragungen wegen der Emotions-Studie an, die das Netzwerk offensichtlich ohne Zustimmung der Betroffenen durchgeführt hat.
Facebook-Nutzer: "Wir übernehmen die Verantwortung"
Facebook-Nutzer: "Wir übernehmen die Verantwortung"

Facebook-Nutzer: "Wir übernehmen die Verantwortung"

Foto: © Dado Ruvic / Reuters/ REUTERS
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Der Leiter der britischen Datenschutzbehörde hat Ermittlungen aufgenommen, inwieweit Facebook mit seinen Emotions-Studien gegen geltende Datenschutzrichtlinien verstoßen hat. Wie die "Financial Times" berichtet , kündigte das Information Commissioner's Office (ICO) am Dienstag eine Untersuchung des Experiments an.

Dabei will sich das ICO auch mit den irischen Amtskollegen abstimmen, da sich Facebooks europäischer Hauptgeschäftssitz im irischen Dublin befindet. Zum aktuellen Zeitpunkt sei es noch nicht möglich mitzuteilen, gegen welche gesetzlichen Bestimmungen Facebook im Einzelnen verstoßen haben könnte.

Offensichtlich haben die Verantwortlichen das Empörungspotenzial der im Geheimen durchgeführten Manipulationen unterschätzt. Auf "Bloomberg" erklärte ein Facebook-Sprecher  nun: "Es ist klar, dass die Menschen wegen dieser Studie aufgebracht sind, und wir übernehmen die Verantwortung." Facebook wolle es in Zukunft besser machen und seine Arbeitsabläufe aufgrund dieser Rückmeldungen verbessern. Die Studie sei mit dem angemessenen Schutz für die Nutzerdaten durchgeführt worden.

Daten schützen, Gefühle nutzen?

Am Wochenende war bekannt geworden, dass Facebook im Rahmen eines Experiments Anfang 2012 den Newsfeed Hunderttausender seiner Mitglieder manipuliert hatte. Sie bekamen ein verzerrtes Bild von der Stimmung ihrer Freunde vorgesetzt. Die Betroffenen waren darüber weder zuvor informiert worden, noch hatte Facebook ihre Einwilligung eingeholt.

Auf die nach Bekanntwerden der Studie losbrechende Entrüstung reagierte Facebook mit dem Hinweis auf die Datenverwendungsregeln, in denen auch "Forschung" als Verwendungszweck auftaucht. Allerdings stellte sich heraus, dass dieser Punkt erst im Mai 2012, vier Monate nach dem Experiment, hinzugefügt worden war.

Sollten sich die Vorwürfe endgültig bestätigen, könnte Facebook aufgrund der fehlenden Zustimmung seiner europäischen Mitglieder eine Klage wegen schweren Verstoßes gegen Datenschutzregeln zukommen, wie "The Register" anmerkt . Gegenüber der britischen Tech-Seite erklärte ein Facebook-Sprecher, das Experiment habe gerade einmal ein Woche gedauert, die erbrachten Daten seien anonymisiert worden.

Gleichzeitig teilte der irische Datenschutzbeauftrage mit, seine Behörde stehe wegen der aktuellen Datenschutzprobleme mit Facebook in Kontakt: "Wir erwarten eine umfassende Antwort auf die erhobenen Vorwürfe."

meu