Browser-Krieg Netscape nahezu verdrängt
Der einstige Platzhirsch ist zur Randfigur verkommen: Nur noch knapp zwölf Prozent aller deutschen Internet-Nutzer surfen mit dem Navigator, während sich 87 Prozent für den Internet Explorer entschieden haben. Das besagt eine jetzt veröffentlichte Studie des Marktforschungsinstituts Fittkau & Maaß, für die rund 96.000 deutschsprachige Internet-Nutzer befragt wurden.
Vor fünf Jahren sah die Daten-Welt noch vollkommen anders aus: 1996 hatte Netscape einen Marktanteil von 88 Prozent, während der Microsoft-Produkt kümmerliche drei Prozent der Nutzer von sich überzeugen konnte. Selbst der Anteil der übrigen Browser lag damals bei über acht Prozent, schrumpfte aber seitdem auf rund ein Prozent.
Die Schlacht um die Nutzer ist geschlagen, der Krieg aber tobt weiter. AOL, das Netscape 1999 übernommen hatte, kämpft vor Gericht weiter: In dieser Woche reichte der Medienkonzern in Washington eine Klage ein, die Microsoft "wettbewerbswidriges Verhalten" vorwirft. Hintergrund ist die Einbindung des Internet Explorer in das Windows-Betriebssystem, was Microsoft bereits herbe Niederlagen in Kartellprozessen einbrachte.