Brutaler Polizeieinsatz Anonymous-Hacker üben Vergeltung
Sicherheitskräfte, Demonstrant in Bahnstation in Oakland: Hackerattacken als Vergeltung
Foto: Peter Dasilva/ dpaOakland - Mit Angriffen gegen die Internetinfrastruktur kalifornischer Sicherheitsbehörden wollen einige Mitglieder der Aktivistengruppe Anonymous Rache am harschen Vorgehen der Polizei bei den Occupy-Oakland-Demonstrationen Anfang der Woche üben.
Anonymous legte in den Tagen nach den Demonstrationen Polizeiserver lahm und sammelte Privatinformationen über die beteiligten Polizisten. Ein Anonymous-Mitglied rief gar ein Kopfgeld für die Identität eines besonders in die Kritik geratenen Polizisten aus .
Wie mehrere Medien berichteten, feuerten Polizisten am Dienstag Tränengaskartuschen, Schockgranaten, Gummigeschosse und andere "weniger tödliche" Munition auf Demonstranten in Oakland - zumindest einer von ihnen wurde dabei schwer am Kopf verletzt - der Mann ist ein Veteran des Irak-Kriegs .
Besonders ein Video gilt den Kritikern des Polizeieinsatzes nun als besonders krasses Beispiel für Polizeigewalt.
Zu sehen ist zum einen ein offenbar eher unbeteiligter Demonstrant der Oakland-Proteste, der kurz darauf aus unklaren Gründen zu Boden geht. Als ihm mehrere Menschen zu Hilfe eilen, wirft nur wenige Meter entfernt stehender Polizist offenbar eine Schockgranate oder einen M-80-Polizeiböller in die Menschengruppe. Ein weiteres Video zeigt, wie der schwer verletzte Mann, ein Veteran des Irak-Krieges, von Demonstranten weggetragen wird.
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Das Video des granatewerfenden Polizisten hat am meisten Sprengkraft - es kursiert in Blogs, Foren, Online-Berichten, wurde in verschiedenen Fassungen bereits mehrere Hunderttausende Mal bei YouTube abgerufen. Es sorgte in den vergangenen Tagen für ein erneutes Aufflammen der Diskussion um Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten. Gerade die Polizei in Oakland habe eine "schwierige Vergangenheit", wie der amerikanische Public Broadcasting Service (PBS) berichtet .
Doch die Rufe nach Selbstjustiz unterhöhlen die rechtfertigbaren Anliegen Anonymous': Die Allgegenwärtigkeit von Handykameras und die große Durchlässigkeit der sozialen Internetmedien helfen, solche krassen Vorfälle ans Licht zu bringen - mit Aufrufen zur Selbstjustiz aber wird Anonymous vom eigenen Fleisch kosten müssen: Entwicklungen zu mehr Verantwortung seitens der Polizei, etwa durch eine Kennzeichnungspflicht, werden angesichts solcher Aufrufe subvertiert. Anonymität schützt auch den Polizisten vor dem Lynchmob.