Bürgermeister der Simpsons Quimby will ins Oval Office
Finanziell unterstützt von dem Multimillionär Montgomery Burns greift der 50-jährige Quimby nach dem höchsten Amt der Vereinigten Staaten: Quimby for President. Den aktuellen Umfragen zufolge hat Joe die besten Chancen, sein Ziel zu erreichen. Mit mehr als 40 Prozent liegt er uneinholbar in Führung. Der demokratische Anwärter Gore kommt gerade mal auf 24, der Republikaner Bush auf 23 und Außenseiter Nader auf gut neun Prozent der Stimmen.
Doch angesichts seiner schlagenden Wahlkampfargumente mag dieses phänomenale Ergebnis kaum überraschen. Beispiel Feuerwaffen. Während sich die übrigen Anwärter mit diesem Thema eher schwer tun, liegt für den Springfielder Bürgermeister die Lösung klar auf der Hand. Nicht die Waffen töten die Menschen, sondern die Kugeln. Logischerweise muss nicht der Zugang zu Pistolen, Revolvern und Ähnlichem restringiert werden, sondern die Beschaffung der Munition. Sollte er die Wahl gewinnen, und danach sieht es ja aus, wird jeder Amerikaner im Jahr 25 Kugeln zugeteilt bekommen (verurteilte Schwerverbrecher nur 20 Stück) - ein salomonisches Urteil.
Streitfrage Steuern. Auch in diesem Punkt geht Quimby neue Wege. Künftig werde kein US-Bürger mehr vom Staat zur Kasse gebeten, verspricht der unabhängige Kandidat. Stattdessen könne man kurzerhand allmorgendlich die Army über die Grenze nach Kanada schicken, um den nördlichen Nachbarn ihr Essensgeld abzunehmen. So würden genügend Gelder eingetrieben, um den Bau von Autobahnen, die militärische Infrastruktur und den Aufbau einer echt coolen Comic-Sammlung sicherzustellen, heißt es in dem Wahlprogramm.
Quimby betritt aber nicht nur mit überzeugenden Ideen, die an dieser Stelle leider nur auszugsweise wiedergegeben werden können, sondern auch mit brutalst möglicher Aufklärung die Wahlkampf-Arena. Er macht beispielweise keinen Hehl daraus, dass er nicht am Vietnam-Krieg teilgenommen hat (Ähnlichkeiten zu Amtsvorgängern sind rein zufällig). Eine Football-Verletzung habe ihn daran gehindert, gibt Quimby freimütig zu. Joseph Fitzpatrick Fitzgerald Fitzhenry Quimby legt im Internet nicht nur seine eigene Vita sondern auch die Familiengeschichte der Quimbys offen.
Bisheriger Höhepunkt seiner politischen Karriere: Seit 1986 regiert er als Bürgermeister der Zeichentrickserie "Simpsons" in Springfield, wo auch die Hauptfiguren Bart, Lisa, Maggie, Marge und Homer Simpson leben. In dieser Zeit hat - nach Quimbys Verständnis - die typisch amerikanische Stadt ihre längste Periode des Wohlstands, Friedens und auswuchernder Korruption erlebt. Womit der letztendliche Beweis erbracht wäre, dass der Einzug einer Comic-Figur ins Weiße Haus unleugbare Vorteile hätte.